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Urwaldrettung wird institutionalisiert

Die Waldpartnerschaft ist der erste greifbare Erfolg der Klimaverhandlungen

Irgendwo muss man ja mal anfangen. Während sich bei den internationalen Klimaverhandlungen ein Durchbruch bislang als unerreichbar erwiesen hat, macht eine kleine Gruppe von Ländern beim Schutz der Regenwälder vorwärts. Bei einer Konferenz von 52 Ländern in Oslo, wurde beschlossen eine Partnerschaft für den Schutz der Wälder zu gründen. So soll sichergestellt werden, dass der Waldschutz sofort beginnen kann, auch wenn der Rest der Verhandlungen, die diese Woche in Bonn in eine neue Runde gehen, noch lange keinen Fortschritt zeitigen.

Die Abholzung der Regenwälder verursacht knapp ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen, mehr als der weltweite Strassenverkehr. Hinzu kommt, dass der Raubbau an den Wäldern viele Tier- und Pflanzenarten zum Aussterben verurteilt. Dabei lässt sich die Entwaldung relativ leicht und vor allem kostengünstig stoppen. Eine norwegische Studie zeigt, dass in einer ersten Phase zwei Milliarden Dollar und später zehn Milliarden Dollar pro Jahr erforderlich sind, um den Waldverlust bis 2020 zu halbieren. In der ersten Phase wird das Geld vor allem in Kontrollsysteme und Demonstrationsprojekte investiert und in der zweiten Phase werden Länder sowie Waldbewohner und –anrainer dann für messbare Erfolge im Kampf gegen die Entwaldung entlohnt.

Doch dazu bedarf es erst einer Organisation, die Geld sammelt und Projekte koordiniert. Und genau diese Organisation soll nun geschaffen werden. In Oslo wurde eine Partnerschaft aus waldreichen Entwicklungsländern und Industriestaaten gegründet, die bereit sind finanziell oder technisch beim Kampf gegen die Entwaldung mitzuhelfen. Mitglieder sind etwa Brasilien und Indonesien, aber auch die EU, Deutschland und die Schweiz. Die Partnerschaft erhält zudem eine eigenes Sekretariat, das an das UNO Waldprogramm UN-REDD und die Forest Carbon Partnership Facility FCPF der Weltbank angegliedert wird. Und Geld ist auch da: Norwegen, Japan, die USA und einige EU Staaten haben mittlerweile insgesamt vier Milliarden Dollar für die Jahre 2010 bis 2012 zugesagt.

Der Erfolg in Oslo zeigt, dass es „einfacher ist, in kleiner Runde Resultate zu erzielen als bei den Klimaverhandlungen, wo 190 Länder mit am Tisch sitzen“, sagt Till Pistorius, Waldschutzexperte der Universität Freiburg. Doch ohne einen Erfolg bei den Klimaverhandlungen ist auch der Schutz der Regenwälder nicht gesichert. „Insbesondere für die langfristige Finanzierung der Waldschutzmassnahmen müssen verbindliche Regeln geschaffen werden.“ sagt Pistorius. Aber wie diese Regeln aussehen sollen, ist nachwievor unklar. Während bislang noch Regierungen das Geld aus ihren oft strapazierten Haushalten pressen, wird man in Zukunft vor allem auch auf den CO2 Markt setzen müssen: „Es gibt keinen Weg soviel Geld zu aufzutreiben, ohne den privaten Sektor zu mobilisieren“ sagt denn auch der norwegische Premierminister Jens Stoltenberg. Aber noch ist es nicht so weit. Denn dazu braucht es einen Durchbruch bei den internationalen Klimaverhandlungen, wo eben nicht nur 52 sondern 190 Länder mitreden wollen.

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