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Figueres setzt auf Ixchel

Zum Verhandlungsauftakt in Cancun betonen alle Seiten die Gemeinsamkeiten

“Möge Sie Ixchel inspirieren” wünscht Christiana Figueres, die Chefin des UN Klimasekretariats, den Delegierten der Klimakonferenz zum Verhandlungsauftakt. “Die Maya Göttin Ixchel ist nicht nur die Göttin des Mondes, sondern auch die Göttin der Vernunft und der Kreativität sowie des Webens. Sie sind in Cancun um die Elemente einer wirksamen Antwort für das Klimaproblem zu verweben und Sie nutzen dabei Vernunft und Kreativität.” Figueres beschreibt damit die zentrale Herausforderung der beiden Verhandlungswochen: Aus den verschiedenen Verhandlungssträngen und Einzelfragen ein stimmiges Gesamtpaket zu schnüren.

Und Ixchel scheint tatsächlich ihre schützende Hand über den Verhandlungsbeginn zu halten. Während die letzte Vorbereitungskonferenz in Tianjin durch heftige Streitereien zwischen den USA und China geprägt war, betonen in Cancun vor allem die Amerikaner die Gemeinsamkeiten: “Wir sind uns in vielen Bereichen einig: Wir (die USA und China) teilen die Analyse des Klimaproblems und wir stimmen überein, wie dieses Problem gelöst warden kann.” sagt Jonathan Pershing, der US Verhandlungsführer. Trotzdem kommt er aber nicht umhin, den Hauptstreitpunkt zwischen den beiden grössten Verschmutzern anzusprechen: die internationale Messung und Kontrolle der chinesischen Emissionen. Doch statt diesen Streit wie in Tianjin in der Vordergrund zu stellen, legt Pershing den Schwerpunkt nun auf etwas anderes: die Formalisierung der Ziele aus der “Übereinkunft von Kopenhagen”.

Das Problem mit dem Abschlussdokument von 2009 aus der dänischen Hauptstadt ist, dass es nicht verabschiedet sondern von den Ländern nur “zur Kenntnis” genommen wurde. Folglich ist es auch nicht die offizielle Verhandlungsgrundlage in Cancun. Doch mittlerweile haben 140 der 194 Staaten erklärt, dass sie sich der “Übereinkunft von Kopenhagen” anschliessen und die 80 wichtigsten Länder haben in diesem Rahmen ihre Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen beim UN Klimasekretariat hinterlegt. Nun geht es darum diese freiwilligen Selbstverpflichtungen formell in den Verhandlungsprozess zu integrieren. Wie das gehen soll, ist aber noch unklar, da wie in Kopenhagen einige Länder wie Bolivien, Ecuador und Venezuela das Kopenhagener Papier weiter ablehnen. Und so ist die von un Klimachefin Figueres angemahnte Kreativität gefragt.

Dabei ist allen klar, dass die Ziele zu denen sich die Länder freiwillig verpflichtet haben, bei weitem nicht ausreichen, sondern höchstens als Basis dienen können: “Selbst wenn alle nationalen Ziele vollständig umgesetzt werden, wird dies nicht zum Ziel führen, die Klimärwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.” Sagt Figueres. Wichtig ist daher ein Mechanismus, wo die Länder sowohl ihre Emissionsziele als auch die dafür benötigte Finanzierung in regelmässigen Abständen auf ihre Angemessenheit überprüfen, sagt Wendel Trio von Greenpeace. Und schliesslich braucht es natürlich Transparenz hinsichtlich der Emissionen der einzelnen Länder. Aber damit schliesst sich der Kreis und der Hauptstreitpunkt zwischen den USA und China, die Emissionstransparenz spielt wieder eine wesentliche Rolle. Ixchel wird die nächsten beiden Wochen viel zu tun haben. mic

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