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Kein Klimaschutz für Indiens Fluglinien

Delhi lehnt die Begrenzung der CO2 Emissionen im Flugverkehr ab

Die Emissionen aus dem Flugverkehr steigen schneller als die aller anderen Wirtschaftssektoren. Daher sollen diese ab dem Jahr 2020 gedeckelt werden. Indien lehnt dies derzeit aber ab.

Nach zwei Jahren ist die Dürre in Indien zu Ende, dafür kommt es jetzt zu Überschwemmungen. Mit zunehmender Klimaerwärmung werden derartige Wetterextreme den Subkontinent häufiger heimsuchen. Besonders davon betroffen sind die Bauern, also die Hälfte der 1,3 Milliarden Inder. Meist weniger betroffen sind hingegen Inder, die sich internationale Flugreisen leisten können. Trotzdem lehnt Indien eine Begrenzung der CO2 Emissionen im Flugverkehr ab.

Ungehörter Appell. Kaum ein indischer Bauer wird je ein Flugzeug besteigen. Das bedeutet aber nicht, dass ihm der Flugverkehr egal sein kann. (Foto: MrGauravBhosle / Wikimedia)

Ungehörter Appell. Kaum ein indischer Bauer wird je ein Flugzeug besteigen. Das bedeutet aber nicht, dass ihm der Flugverkehr egal sein kann. (Foto: MrGauravBhosle / Wikimedia)

Der Flugverkehr ist für 4,9 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich – mehr als Japan. [1] Ausserdem wachsen die Emissionen aus der Fliegerei schnell: Zwischen 1990 und 2012 sind sie um 75 gewachsen, doppelt so schnell wie die Emissionen aus allen anderen Wirtschaftssektoren. [1] Im Pariser Klimaabkommen werden die Emissionen aus dem Flugwesen aber nicht reguliert. Dies soll nun die Internationale Organisation für Zivilluftfaht ICAO tun. Anfang Oktober soll im kanadischen Montreal zumindest die Deckelung der Emissionen vereinbart werden: Emissionen, die über das Niveau von 2020 hinausgehen, sollen die Fluglinien anderswo kompensieren etwa indem sie in den Schutz der Wälder investieren.

Welcher Anteil des Emissionszuwachses nach 2020 aber tatsächlich kompensiert wird, ist derzeit noch unklar. Gemäss dem aktuellen Resolutionsentwurf [2, Para 7] sollen in den ersten fünf Jahren (2021 bis 2025) nur Länder, die 80 Prozent des internationalen Flugverkehrs ausmachen, zur Kompensation verpflichtet werden. Anschliessend wird der Kreis der Länder ausgeweitet, sodass 95 Prozent der Flugbewegungen erfasst werden. Dies geht einigen Entwicklungsländern aber zu schnell. China, Indien, die arabischen und afrikanischen Länder sowie Russland haben vorgeschlagen, dass in den ersten sechs Jahren die Teilnahme freiwillig ist. [3]

Für Indien ist aber selbst ein Start im Jahr 2027 nicht akzeptabel: „Die Interessen von armen Entwicklungsländern sollten berücksichtigt werden“, sagt der indische Umweltminister Anil Dave. [4] Was dies konkret bedeutet hat ein ungenannter Vertreter des indischen Zivilluftfahrtministeriums gegenüber der indischen Publikation Infracircle erklärt: „Wir werden erneut betonen, dass weder die Fluglinien noch die Regierung dem Vorschlag zustimmen werden. Wir werden mit den Fluglinien Gespräche führen, um offiziell deren Meinung in Erfahrung zu bringen. Diese haben bereits früher ihr Missfallen hinsichtlich der Steuer zum Ausdruck gebracht.“ [5] Von Gesprächen mit indischen Bauern ist hingegen nichts bekannt. mic

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[1] Transport and Environment, Januar 2016: Aviation emissions and the Paris Agreement (PDF)

[2] ICAO, 12.05.2016: Draft Assembly Resolution Text on a Global Market-Based Measure (GMBM) Scheme (PDF)

[3] ICAO, kein Datum: Submission by Russia, China, India, Saudi Arabia, and African Group (on paragraph 7) (PDF)

[4] Times of India, 08.08.2016: Can’t impose emission tax on airlines, says India

[5] Infracircle, 25.08.2016: India to summarily reject ICAO’s proposed carbon emission tax

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