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Die Manchegokrise

Am Schluss geht’s immer um Käse

Das Handelsabkommen zwischen der EU und Mexiko könnte noch an einer EU-Obsession scheitern.

Die Verhandlungen zwischen der EU und Mexiko über die Modernisierung ihres Handelsabkommens stehen kurz vor dem Abschluss. Wie so oft geht es zum Schluss noch um Käse. Die EU will, dass in Mexiko nur spanischer Manchego verkauft werden darf, denn der Name verweise auf die spanische Region La Mancha. Aber auch für Mexikaner liegt Manchego nah am Herzen: „Die Menschen verstehen den Käse als ein nationales Produkt, das noch nicht mal mit der europäischen Version verwandt ist“, sagt Miguel Paredes, der Chef von Mexikos Milchverband. [1] Mit letzterem hat er nicht unrecht: Spanischer Manchego wird aus Schafsmilch hergestellt und mexikanischer aus Kuhmilch. Der Präsident der spanischen ‚Bruderschaft des Manchegokäses‘, Ismael de Toledo will den Namen dennoch nicht teilen: „Der mexikanische Manchego ist ein fader Kuhmilchkäse, der oft noch nicht mal wie Käse aussieht, weil er in Scheiben geschnitten wird. Das einzige, was er mit unserem Käse gemeinsam hat ist der Name, aber es ist ein Fake-Name.“ [2] Der mexikanische Wirtschaftsminister Ildefonso Villarreal beklagt derweil, die EU habe eine „Obsession“ mit Milchprodukten. Er hoffe aber dennoch, dass „im frühen Februar“ das Abkommen fertig sei. [3] mic

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[1] Euractiv, 09.01.2018: Cheese is the beef as EU-Mexico trade talks resume

[2] The Guardian, 15.01.2018: Cursed are the cheesemakers: Spain and Mexico locked in manchego dispute

[3] Bridges, 18.01.2018: EU Talks with Mexico, Mercosur Push On For 2018 Trade Deals

 

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