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CO2-Emissionen steuern auf Rekord zu

Seit letztem Jahr steigen die Emissionen wieder

In den Jahren 2014 bis 2016 waren die globalen CO2-Emissionen nahezu stabil. Doch damit war noch nicht der Höhepunkt der Emissionen erreicht. Noch liegt dieser in der Zukunft.

Das Pariser Klimaabkommen ist seit knapp zwei Jahren in Kraft und seither steigen die Emissionen wieder. Im Jahr 2017 stiegen die energiebedingten CO2-Emissionen um 1,4 Prozent und dieses Jahr wird eine weiter Zunahme erwartet. Diese Steigerung folgt auf drei Jahre mit nahezu stabilen Emissionen, die hoffen liessen, die Welt habe den Hochpunkt der Emissionen erreicht. Doch von dieser Hoffnung ist nichts mehr übrig. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) Fatih Birol sagte letzte Woche: „Wenn man sich die Zahlen für die ersten neun Monate dieses Jahres anschaut, steigen die Emissionen dieses Jahr wieder und werden ein historisches Rekordhoch erreichen.“ [1] Birol fügte hinzu: „Meine Zahlen lassen mich verzweifeln.“ Das Paris Abkommen hat zum Ziel, die Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ und möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Doch Birols Zahlen zeigen wie schwer das wird: „Die Chancen derart ehrgeizige Ziele zu erreichen, werden schwächer und schwächer, jedes Jahr, jeden Monat.“

Ungebrochen. Die Pause beim Anstieg der CO2 Emissionen von 2014 bis 2016 war kein neuer Trend, sondern eben eine Pause. (Grafik: IEA)

Ungebrochen. Die Pause beim Anstieg der CO2 Emissionen von 2014 bis 2016 war kein neuer Trend, sondern eben eine Pause. (Grafik: IEA)

Was getan werden muss, weiss Birol auch: „Energieefizienz und Erneurbare reichen nicht, um den Anstieg umzudrehen. Wenn es keine frühzeitige Abschaltung von Kohlekraftwerken gibt, dann sind mehr als zwei Drittel der Emissionen des Jahres 2040 bereits heute festgeschrieben“, sagte Birol gegenüber der britischen Zeitung The Guardian. [2] Mit Verweis auf den Bericht des Weltklimarats IPCC zum 1,5-Grad-Ziel verwies Birol zudem auf die „entscheidende“ Bedeutung von Bioenergie. [1] Der IPCC-Bericht hat gezeigt, dass die Menschheit der Atmosphäre CO2 entziehen muss, um den Klimawandel bei 1,5 Grad zu stoppen. Dies kann durch die Verbrennung von Pflanzen (Bioenergie BE) und die anschliessende Abscheidung des CO2s und dessen Verpressung in geeigneten Gesteinsformationen (CCS) erreicht werden. Doch die Bedeutung von Bioenergie werde noch unterschätzt, sagte Birol: Bioenergie „ist der übersehene Riese im Bereich der erneuerbaren Energien“. [1]

Kognitive Dissonanz. Trotz Zahlen "zum verzweifeln", scheint sich Michał Kurtyka, der Präsident der nächsten Klimakonferenz (links) köstlich über den Vortrag von Fatih Birol (Mitte) zu amüsieren. (Foto: Polnische Botschaft in Paris)

Kognitive Dissonanz. Trotz Zahlen “zum verzweifeln”, scheint sich Michał Kurtyka, der Präsident der nächsten Klimakonferenz (links) köstlich über den Vortrag von Fatih Birol (Mitte) zu amüsieren. (Foto: Polnische Botschaft in Paris)

Ab morgen (Mittwoch) haben die Umweltminister der Welt Gelegenheit diese Fragen zu diskutieren. Sie treffen sich in Krakau, um die diesjährige Klimakonferenz in Katowice (auch Polen) vorzubereiten. Dort soll die Bedienungsanleitung für das Paris Abkommen verabschiedet werden, die mit darüber entscheidet, wie wirkungsvoll das Abkommen sein wird. Ob das gelingt, ist allerdings noch nicht sicher. Die Leiter der verschiedenen Verhandlungsstränge warnen die Länder: „Der Stand einiger Texte ist noch nicht gut genug.“ [3 s. Abs. 18] Ausserdem sei „die Zeit nicht auf unserer Seite“. [3 s. Abs. 11] Letzteres trifft nicht nur auf die Verhandlungen, sondern auch fürs Klima wie Birols Zahlen zeigen. Je länger die Emissionen steigen, desto schneller müssen sie anschliessend sinken, wenn die Paris Ziel nicht verfehlt werden sollen. mic

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[1] Climate Home News, 18.10.2018: ‘Despair’ as global carbon emissions to hit new record in 2018

[2] Guardian, 08.10.2018: Energy sector’s carbon emissions to grow for second year running

[3] UNFCCC, 15.10.2018: Joint reflections note by the presiding officers of the Ad Hoc Working Group on the Paris Agreement, the Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice and the Subsidiary Body for Implementation (PDF)

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