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Preiskrieg im Markt für Eisenerz

Die beiden grössten Minenbetreiber werden beschuldigt den Markt mit Eisenerz zu fluten

Der Preis für Eisenerz ist dieses Jahr um die Hälfte gefallen. Neben einer schwächeren Nachfrage wird dafür insbesondere ein Überangebot verantwortlich gemacht. Die beiden grössten Minenkonzerne der Welt werden beschuldigt, kleinere Konkurrenten aus dem Markt drängen zu wollen.

Chinas Wirtschaft wächst langsamer und in den meisten Städten fallen die Immobilienpreise. Gleichzeitig steigt der Dollar gegenüber den meisten Währungen. Dies hat nicht nur Folgen für den Ölmarkt, sondern auch für den Preis von Eisenerz. Letzte Woche fiel der Preis für eine Tonne Erz auf ein Fünf-Jahrestief von noch 68 Dollar. „Das aktuelle Überangebot (an Eisenerz) wird auch zu Beginn des Jahres 2015 fortbestehen in Antwort auf einen Rückgang in Chinas Immobilienmarkt“, schreibt das australische Industrieministerium in einer Marktanalyse. [1] Die schwächere Nachfrage in China ist aber nur ein Teil der Erklärung für den Preisrutsch. Im Gegensatz zum Preisrückgang im Jahr 2008 in der Folge der Finanz- und Wirtschftskrise sei diesmal weniger die schwache Nachfrage sondern ein Überangebot der Grund für den Preiskollaps, sagt Tom Albanese, ein ehemaliger Chef des weltweit zweitgrössten Minenbetreibers Rio Tinto: „Es ist im Interesse eines Unternehmens mehr zu produzieren, wenn die Kosten niedrig sind. Das kann aber zu einem Überangebot führen. (Im Gegensatz zu 2008) haben wir jetzt einen Preisverfall, der von der Angebotsseite getrieben wird. Das ist schwieriger zu korrigieren.“ [2]

Rio Tinto verdient auch bei den aktuell tiefen Preisen noch Geld, wie in der australischen Eisenerzmine Brockman 4. (Foto: Calistemon / Wikimedia)

Rio Tinto verdient auch bei den aktuell tiefen Preisen noch Geld, wie in der australischen Eisenerzmine Brockman 4. (Foto: Calistemon / Wikimedia)

Trotzdem zeigt sich Chris Lynch, der Finanzchef von Rio Tinto, überrascht von aktuellen Preisverfall: „Ist der Preis tiefer als ich gedacht hätte?“ fragt Lynch. „Der Preis ist wohl tiefer als ihn alle prognostiziert haben. Aber das gleiche kann man auch von Öl und vielleicht von Kohle sagen.“ [3] Dabei ist Rio Tinto nicht ganz unschuldig am aktuellen Überangebot von Eisenerz. Colin Barnett, der Premier der Provinz Westaustralien, beschuldigt Rio Tinto und dessen Konkurrenten BHP Billiton gar der Preismanipulation: Die beiden Minengiganten würden den Markt „in einer scheinbar konzertierten Aktion“ mit Eisenerz fluten. [3] Lynch weist diese Anschuldigung von sich: „Wir können immer wählen, wieviel wir produzieren. Aber wir würden niemals die Idee in Betracht ziehen, absichtlich den Markt zu manipulieren.“ {3} Etwas anders sieht dies Mal Randall, ein ehemaliger Topmanager von Rio Tinto. Er fordert eine Untersuchung durch die australische Wettbewerbsbehörde. „Es wundert mich, dass nicht mehr Chefs (von kleineren Minenbetriebern) darüber reden.“ [4] Mindestens zwei Eisenerzminen wurden bereits wegen des Preisverfalls geschlossen. [4] Im Gegensatz zu anderen Minenbetreibern verdienen Rio Tinto und BHP Billiton aber auch bei den aktuell tiefen Preisen noch Geld: Nach Schätzung von Analysten hat Rio Tinto Kosten von 42 Dollar pro Tonne Eisenerz und BHP Billiton Kosten von 45 Dollar. [3]

Randall vermutet, dass Rio Tinto und BHP Billiton chinesische Minenbetreiber aus dem Markt drängen wollen. Doch er glaubt nicht, dass dieser Plan aufgeht: “Wenn Peking die Wahl hat zwischen Subventionen (für Minenbetreiber) und Arbeitslosigkeit, dann wird es Subventionen geben.“ [4] Zudem habe China ein Interesse daran, eine allzu starke Konzentration von Eisenerzproduzenten zu verhindern. „Ich glaube nicht, dass China eine Entwicklung erlaubt, wo es nur noch Rio Tinto, BHP Billiton und Vale gibt.“ [4] Das brasilianische Unternehmen Vale ist der drittgrösste Minenkonzern der Welt. Neben den kleinen Minenbetreibern mit hohen Kosten sind Australien und Brasilien die beiden Hauptleidtragenden des billigen Eiesenerzes. In beiden Ländern ist Eisenerz das wichtigste Exportprodukt. „Der Verlierer ist Australien“, sagt Randall. Politiker und kleinere Konkurrenten „müssen mit dem Finger auf BHP Billiton und Rio Tinto zeigen und dürfen die Begründungen nicht akzeptieren, warum diese den Markt fluten.“ [4] mic

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[1] Bloomberg, 22.12.2014: Iron Ore Price Outlook Cut 33% by Australia as Surplus Deepens

[2] Sidney Morning Herald, 26.12.2014: Flooded iron ore market needs ACCC spotlight: former Rio staffer

[3] Sidney Morning Herald, 09.12.2014: Iron ore price fall a surpise

[4] Australian Mining, 08.12.2014: Flooded iron ore market needs ACCC spotlight: former Rio staffer

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