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Klima sieht den Kampf zweier Architekturen

Das Kyoto Protokoll soll mit einer Notlösung über die nächsten zwei, drei Jahre gerettet werden

Die Klimaverhandlungen in Bonn haben Fortschritte bei der Verwaltung des Klimawandels gebracht. In der zentralen Frage, wie die Klimaerwärmung gestoppt werden soll, herrscht aber nachwievor Streit über den richtigen Ansatz.

„Das Kyoto Protokoll ist die Lokomotiove, die den ganzen Zug der internationalen Klimapolitik zieht“ erklärt Martin Khor, vom South Center, einer Umweltorganisation. Die wesentliche Idee des Kyoto Protokolls ist dabei, dass die Welt nur noch eine begrenzte Menge an CO2 emittieren darf, wenn die Klimaerwärrmung zwei Grad nicht überschreiten soll. Und diese begrenzte CO2 Menge wird dann auf die verschiedenen Länder verteilt. Doch dieser „top-down“ Ansatz hat Konkurrenz: Im „pledge and review“ Verfahren sagen die Länder, um wieviel sie ihre Emissionen senken wollen („pledge“) und dann wird geschaut, ob diese freiwilligen Emissionsreduktionen reichen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen („review“). Ursprünglich folgten die Klimaverhandlungen dem Kyoto Modell. Doch bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen und Cancun hat sich das „pledge and review“ Verfahren durchgesetzt und das Kyoto Protokoll wirkt nun wie ein Überbleibsel aus einer früheren Zeit.

Doch das auf Freiwilligkeit beruhende „pledge and review“ Verfahren droht unzureichende Emissionsreduktionen festzuschreiben. „Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Kyoto Modell erhalten bleibt und nicht Ende 2012 ausläuft.“ sagt Khor. „In vier, fünf Jahren wird es dann vielleicht auch möglich sein“ für alle anderen Länder ein ähnliches System zu etablieren. Und somit „hält Europa den Schlüssel“, denn mittlerweile ist klar, dass nur noch die EU, die Schweiz, Norwegen sowie Australien und Neuseeland bei einer möglichen Verlängerung des Kyoto Protokolls über da Jahr 2012 hinaus dabei sein werden. Doch diese Länder stellen Bedingungen für eine Verlängerung des Kyoto Protokolls. Und diese Bedingungen sind auch nach den Klimaverhandlungen in Bonn während der letzten beiden Wochen noch nicht erfüllt, wie Jürgen Levèvre von der EU Kommission klarstellt: „Wir verursachen nur rund 11 Prozent der weltweiten Emissionen. Aber wir brauchen auch eine Lösung für die verbleibenden 89 Prozent.“ Doch diese Lösung dürfte sich dieses Jahr nicht mehr finden lassen. Hinter verschlossenen wird daher eine kurzzeitige Verlängerung des Kyoto Protokolls diskutiert „für ein, zwei oder drei Jahre“, sagt Jose Romero, ein Schweizer Klimadiplomat. „Das gibt uns Luft um eine Lösung zu finden.“ Dass in diese Richtung gedacht wird, bestätigt auch Dessima Williams von der Allianz der kleinen Inselstaaten: „Das wäre besser als überhaupt nichts zu haben.“

Während beim Kyoto Protokoll also über einen Notlösung nachgedacht wird, machen die Verhandlungen in anderen Bereichen hingegen Fortschritte wie die UN Klimachefin Christina Figueres bestätigt: So sollen bei den Klimaverhandlungen Ende diesen Jahres in Durban, Südafrika, drei Institutionen aus der Taufe gehoben werden: der Green Climate Fund zur Finanzierung der Klimaanstrengungen der Entwicklungsländer, ein Technologienetzwerk, um die Verbreitung von Klimaschutztechnologien zu beschleunigen und schliesslich eine Organisation, die die weltweiten Vorbereitungen auf die unausweichliche Klimaerwärmung unterstützt. Kurz, während Fortschritte zur Verwaltung des Klimawandels gemacht wurden, besteht nachwievor Unklarheit wie die Klimaerwärmung auf zwei Grad begrenzt werden soll. mic

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