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Freihandel von Kairo bis Kapstadt

Drei afrikanische Freihandelszonen wollen sich zusammen schliessen

Während Freihandel über den Atlantik und rund um den Pazifik stark umstritten sind, erfreut sich Freihandel in Afrika grosser Beliebtheit. Drei regionale Freihandelszonen wollen sich zusammenschliessen – ein erster Schritt zu einer kontinentweiten Freihandelszone.

Afrikanische Länder handeln untereinander nur wenig. Gerade mal 12 Prozent der afrikanischen Exporte gehen in ein anderes afrikanisches Land. Zum Vergleich: 70 Prozent der europäischen Exporte bleiben in Europa. Doch der Intra-Afrika Handel soll nun zunehmen. Letzte Woche haben drei regionale Freihandelsabkommen bekannt gegeben, sich zusammen zu schliessen, um die Tripartite Freihandelszone TFTA zu begründen. Dieses Abkommen umfasst 26 Länder, mehr als 640 Millionen Einwohner und knapp 3000 Milliarden Dollar Wirtschaftsleistung (kaufkraftbereinigt). Dank der Mitgliedschaft von Ägypten und Südafrika erstreckt sich das Abkommen von Kairo bis Kapstadt durch den ganzen Kontinent. „Ich glaube Afrika wird die Welt überraschen.“, sagt Fatima Haram Acyl, die Handelskommissarin der AU. [1] Und Weltbank-Chef Jim Yong Kim sagt, dass Abkommen erlaube es Afrika „riesige Fortschritte zu machen und den ganzen Kontinent voran zu bringen“. [1] Dabei ist das TFTA nur der erste Schritt hin zu einem kontinentweiten Freihandelszone CFTA. Beim Gipfel der Afrikanischen Union in Johannesburg (Südafrika) haben die Regierungschefs der 54 Mitgliedsländer beschlossen, diese Zone bis 2017 zu schaffen. [2]

Grüne Zone für freien Handel: Zur Zeit des Empires war es ein Traum, nun soll es Realität werden: Freihandel von Kairo bis Kapstadt (Grafik: freemap.jp)

Grüne Zone für freien Handel: Zur Zeit des Empires war es ein Traum, nun soll es Realität werden: Freihandel von Kairo bis Kapstadt (Grafik: freemap.jp)

Die am TFTA beteiligten Länder hoffen, durch den grösseren Markt der Industrialisierung Vorschub zu leisten, erklärt Calestous Juma von der Harvard Universität: „Mit grösseren Märkten besteht die Möglichkeit Produkte in grösserer Zahl herzustellen. Das ist kostengünstiger.“ [3] Ob dies gelingt ist allerdings unklar. Es gibt bereits seit Jahren in Afrika acht regionale Freihandelsabkommen, ohne dass der Binnenhandel stark zugenommen hätte. [4] Die UN Handels- und Entwicklungskonferenz Unctad führt dies darauf zurück, dass die meisten afrikanischen Länder die gleichen Produkte exportieren: „Die Begrenztheit der afrikanischen Produktionsstrukturen und die Abhängigkeit von Rohstoffen sind erschwerende Faktoren, um den intraregionalen Handel in Afrika anzukurbeln.“ [5] Ein weiteres Problem ist der Mangel an Infrastruktur. Die Weltbank schätzt, dass die Länder Afrikas pro Jahr 100 Milliarden Dollar zuwenig in Infrastruktur investieren. Trotzdem hatte Afrika in den letzten Jahren solide Wachstumsraten vorzuweisen. Letztes Jahr ist der Kontinent mit knapp vier Prozent gewachsen und dieses Jahr soll sich das Wachstum trotz des Verfalls vieler Rohstoffpreise sogar noch beschleunigen, schätzt die Afrikanische Entwicklungsbank. mic

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[1] AFP, 10.06.2015: Africa leaders sign ‘Cape to Cairo’ free trade bloc deal

[2] Financial Times, 14.06.2015: Africa sets deadline for free-trade area as regional blocs come together

[3] BBC, 10.06.2015: Africa creates TFTA – Cape to Cairo free-trade zone

[4] Quartz, 10.06.2015: The tripartite free trade area agreement in Africa is bound to disappoint

[5] Unctad, 27.09.2013: Intra-African trade: Unlocking private sector dynamism (PDF)

 

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