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Südostasien leidet unter Dürre

Wegen Trockenheit soll Wasserschlacht zum Thai Neujahrsfest verkürzt werden

Das Wetterphänomen El Niño führt zu Dürre in Südostasien. Besonders betroffen ist Vietnam, das die schlimmste Trockenperiode seit 90 Jahren durch macht. Aber auch in Thailand leidet die Landwirtschaft und das bei Touristen beliebte Songkranfest soll verkürzt werden.

Die grössten Städte und die wichtigsten Landwirtschaftsgebiete Südostasiens finden sich in den Deltas der grossen Flüsse. Dies gilt sowohl für das Mekongdelta westlich der vietnamesischen Metropole Saigon wie auch für das Chao Phraya Delta mit Thailands Hauptstadt Bangkok. Die beiden Länder haben aber noch mehr gemeinsam: eine Dürre. „Der Wasserstand des Mekongs hat den tiefsten Stand seit 1926 erreicht.“, sagt Nguyen Van Tinh vom vietnamesischen Landwirtschaftsministerium und dies habe zwei Konsequenzen, „Dürre und Versalzung“. [1] Asiens Flussdeltas liegen nur knapp über dem Meeresspiegel. Wenn die Flüsse zu wenig Wasser führen, drückt salzhaltiges Meerwasser die Flüsse hoch und ins Grundwasser, was die Reisfelder schädigt. In einem Krisentreffen der vietnamesischen Regierung erklärte Landwirtschaftsminister Cao Duc Phat das Ausmass des Problems: Anfang März seien 1390 Quadratkilometer Reisfelder von Versalzung betroffen gewesen, aber „wenn die Dürre bis Juni anhält, dann werden 5000 Quadratkilometer nicht rechtzeitig zur Herbstsaison bepflanzt werden können.“ [2] Etwas Entlastung dürfte allerdings eine Massnahme Chinas bringen: Das Land hat zugestimmt mehr Wasser aus einem Stausee in den Mekong zu leiten. [3]

Neujahr in Thailand. Wegen des Wassermangels soll die Wasserschlacht dieses Jahr auf drei Tage verkürzt werden. (Foto: JJ Harrison / Wikimedia)

Neujahr in Thailand. Wegen des Wassermangels soll die Wasserschlacht dieses Jahr auf drei Tage verkürzt werden. (Foto: JJ Harrison / Wikimedia)

Auch in Thailand spitzt sich die Lage zu. Schon letztes Jahr war nicht genug Wasser da, um die Felder entlang des Chao Phraya wie gewohnt zu nutzen und dieses Jahr ist noch weniger Wasser in den grossen Stauseen. Die vier grössten Reservoire sind nur noch zu 17 Prozent gefüllt. [4] Das ist zu wenig, selbst wenn die Regenzeit wie gewohnt im Juni einsetzt. Die Regierung plant daher die Reisproduktion in der kommenden Saison auf 27 Millionen Tonnen zu reduzieren – ein Viertel weniger als in einem normalen Jahr. [5] Der Wassermangel zeigt sich auch bei der Zuckerproduktion. Diese könnte dieses Jahr auf unter 100 Millionen Tonnen sinken – ein Fünf-Jahres-Tief. [6] Der Wassermangel wird sogar Folgen für die Songkran-Festivitäten zum Thai Neujahr haben. Dann findet an vielen Orten des Landes eine viertägige Wasserschlacht statt. In Bangkok soll die Wasserschlacht dieses Jahr aber auf drei Tage verkürzt werden. „Das ist teilweise symbolisch.“, sagt Bangkoks Vizeguverneur Amorn Kijchawengjul. „Wir wollen nicht, dass Stadtbewohner sorglos Wasser herumspritzen, während die Bauern zu kämpfen haben.“ [7] Denn wie immer sind die Ärmsten am stärksten betroffen: Thailands Nationaler Entwicklungsrat (NESDB) schätzt, dass die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten um knapp eine halbe Million Menschen auf 12,27 gefallen ist. [8]

Die Dürre ist Folge des Wetterphänomens El Niño. Dabei erwärmt sich das Wasser im Pazifik ungewöhnlich stark, was Folgen für das weltweite Wetter hat. Nicht nur in Südostasien herrscht Dürre sondern auch in Indien, am Horn von Afrika, in Südafrika und in der Karibik. Gleichzeitig gab es in Florida im Januar und Februar 18 Hurrikane statt wie normal sieben. [9] Der aktuelle El Niño ist besonders stark: Zeitweise lag die Wassertemperatur in Teilen des Pazifik um zwei Grad über dem Durchschnitt. [10] Aus Sicht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist aber noch unklar, ob es der stärkste El Niño seit Beginn der Messung war. Die WMO geht allerdings davon aus, dass das Phänomen seinen Höhepunkt überschritten hat und gegen Mitte des Jahres abebbt. Die Folgen werden aber noch länger zu spüren sein, warnt WMO Chef Petteri Taalas: „Aus meteorologischer Sicht nimmt der El Niño jetzt ab. Aber wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden, da er immer noch recht stark ist und in humanitärer und wirtschaftlicher Sicht die Folgen noch für viele Monate anhalten werden.“ [10] Mit ein Grund für die Wucht des aktuellen El Niños könnte der Klimawandel sein. Eine Studie im Wissenschaftsmagazin Nature kommt zum Schluss, dass der Treibhauseffekt zu einem doppelt so häufigen Auftreten derartiger ‚Extrem El Niños‘ führt. [11] Die Zusammenhänge zwischen den beiden Wärmephänomenen hofft Taalas nun besser verstehen zu können: “Wissenschaftliche Untersuchungen während dieses (El Niño) Ereignisses werden unser Verständnis der Wechselwirkungen zwischen diesem natürlichen Ereignis und dem Menschen gemachten Klimawandel verbessern.“ [10] mic

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[1] Channel News Asia, 01.03.2016: Vietnam hit by worst drought in 90 years

[2] Tuoitre News, 07.03.2016: Drought, salinity threaten millions of farmers in Vietnam’s Mekong Delta

[3] The Diplomat, 16.03.2016: Facing Mekong Drought, China to Release Water From Yunnan Dam

[4] The Nation, 23.02.2016: Dams drying up as severe drought bites

[5] Bangkok Post, 11.03.2016: Rice out, beans in as farmers go back to school

[6] Bangkok Post, 10.03.2016: Thai sugar premiums rise as drought slashes output

[7] Reuters, 15.03.2016: Bangkok slaps curfew on world’s biggest water fight amid drought

[8] The Nation, 01.03.2016: Hundreds of thousands of farm workers left jobless because of drought: NESDB

[9] Climate Central, 15.03.2016: How a Monster El Niño Transforms the World’s Weather

[10] WMO, 18.02.2016: Exceptionally strong El Niño has passed its peak, but impacts continue

[11] Nature Climate Change, 19.01.2014: Increasing frequency of extreme El Niืืño events due to greenhouse warming (PDF)

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