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Allianz will Portfolio-Emissionen bis 2025 um ein Viertel senken

Der Versicherungskonzern richtet sein 800 Milliarden Euro Portfolio an 1,5 Grad Ziel aus

Die Wirtschaft nimmt das Paris Abkommen ernst. Das gilt nicht nur für Firmen aus der „Realwirtschaft“, sondern auch für wichtige institutionelle Anleger. Diese wollen die Emissionen, die in ihr Portfolio eingebettet sind, in den nächsten 30 Jahren auf Netto-Null bringen.

Artikel 2 des Paris Abkommens hat drei Elemente: Am bekanntesten ist das Ziel die Klimaerwärmung „deutlich unter zwei Grad“ zu stoppen und „Anstrengungen zu unternehmen“, dass das schon bei 1,5 Grad gelingt. Weniger bekannt sind die anderen beiden Elemente: Diese betreffen die Anpassung an den Klimawandel und die Finanzmärkte. Bei letzterem versprechen die Länder, die „Finanzströme in Einklang mit einem Pfad zu niedrigen Treibhausgasemissionen zu bringen“. Dass die Finanzmärkte es in den Alles entscheidenden Artikel des Abkommen geschafft haben, hat einen einfachen Grund: Ohne diese Umorientierung der Finanzströme lässt sich die Klimakrise nicht bewältigen.

Obwohl das Paris Abkommen nur für Länder bindend ist, halten sich auch viele Unternehmen und Finanzmarktakteure daran. Das gilt etwa für die „Net-Zero Asset Owner Alliance“ (AOA). Dabei handelt es sich um eine Koalition von Firmen, die sehr große Vermögen verwalten wie etwa Versicherungen. Aktuell hat die Koalition 33 Mitglieder, die mehr als fünf Billionen Euro managen. Diese wollen ihre Anlageportfolios bis 2050 auf Netto-Null Emissionen bringen. Spätestens dann werden sie keine Aktien oder Anleihen von Unternehmen mehr besitzen, deren Emissionen nicht bei Netto-Null liegen. Gestern (Donnerstag) hat die AOA Koalition ihr Zwischenziel für das Jahr 2025 vorgestellt. Bis dann sollen die Emissionen des Anlageportfolios um 19 bis 26 Prozent sinken. [1 s. S. 9]

Auch AOA-Mitglied? Onkel Dagobert schichtet sein Vermögen um. (Bild: The Walt Disney Company)

Der deutsche Versicherungskonzern Allianz hat dann sofort bekannt gegeben, was das für das Allianz-Portfolio bedeutet: eine Reduktion um ein Viertel im Vergleich zum Jahr 2019. [2] Dies gilt zunächst nur für Aktien und Unternehmensanleihen. Außerdem will die Allianz all ihre Liegenschaften auf einen „1,5-Grad-Pfad“ bringen. Damit ist ein Großteil des 774 Milliarden Euro Anlageportfolios abgedeckt. Von der 25 Prozent Reduktion ausgenommen sind noch Staatsanleihen, Hypotheken und Derivate. Bei diesen gibt es noch keine anerkannte Methodologie, um die Emissionen zu berechnen, die in diesen Papieren „eingebettet sind“. [1 s. S. 26] Die Einbeziehung dieser Investments sei aber „in Vorbereitung“ sagte Allianz-Vorstand Günther Thallinger gegenüber Spiegel Online. [3]

Um die Emissionen eines Anlageportfolios zu senken bestehen drei Möglichkeiten: Zum einen kann man innerhalb eines Sektors umschichten indem man etwa Aktien von Mercedes verkauft und dafür Aktien von Tesla kauft. Dann kann man die Gewichtung verschiedener Sektoren verändern etwa indem man Aktien von Stahlherstellern verkauft und dafür mehr in IT Unternehmen investiert. Und schließlich kann man Druck auf die Unternehmen ausüben, an denen man beteiligt ist. AOA-Mitglieder verpflichten sich dazu, 20 Firmen zu identifizieren, mit denen man besonders eng bei der Dekarbonisierung ihres Geschäftsmodells zusammenarbeiten will. [1 s. S. 9] Dazu sagte Thallinger: Dadurch „haben wir die Glaubwürdigkeit, auf die Unternehmen zugehen zu können, um mit diesen über eine Reduktion ihrer Emissionen zu diskutieren.“

Dass der Profit unter einer Reduktion der Portfolio-Emissionen leidet, glaubt Thallinger nicht – im Gegenteil: „Wir glauben, dass es das Risiko-Rendite-Profil klar verbessert, wenn man das Thema Nachhaltigkeit bei den Investmententscheidungen so umfänglich wie möglich berücksichtigt.“ Aus Sicht einer Versicherung dürfte noch ein weiterer Aspekt dazu kommen. Letztes Jahr haben Naturkatastrophen Schäden in Höhe von 210 Milliarden Dollar verursacht, von denen 82 Milliarden versichert waren, schätzt der Rückversicherer Munich Re, ein weiteres AOA-Mitglied. [4] Dies sei eine „signifikante“ Steigerung gegenüber dem Vorjahr. mic

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[1] AOA, 14.01.2021: Inaugural 2025 Target Setting Protocol (PDF)

[2] Allianz, 14.01.2021: Allianz sets climate targets for specific asset classes in the insured portfolio and strategically expands sustainability

[3] Spiegel Online, 14.01.2021: Allianz will CO₂-Ausstoß bis 2025 um ein Viertel senken

[4] Munich Re, 07.01.2021: Record hurricane season and major wildfires – The natural disaster figures for 2020

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