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Klimadiplomaten beginnen Endspurt für Paris 2015

In zwei Jahren soll ein Weltklimavertrag stehen, der die Erwärmung auf zwei Grad begrenzt

Nach dem Desaster bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen im Jahr 2009 konzentrierten sich die Klimadiplomaten auf eine bessere Verwaltung der Klimakrise. Doch jetzt geht es wieder ums Ganze: Bis Ende 2015 soll ein neuer Weltklimavertrag stehen, der allen Ländern Emissionsobergrenzen auferlegt.

Die Klimaverhandlungen fangen da an, wo sie letztes Jahr aufgehört haben: Die Länder streiten sich darüber, wann genau sie ihre Emissionsziele bekannt machen müssen. Die USA, China sowie einige Entwicklungsländer wollen den Termin so weit wie möglich hinausschieben. Die EU, die Schweiz und einige andere Entwicklungsländer wollen hingegen einen möglichst frühen Termin, damit die nationalen Emissionsziele geprüft und aufaddiert werden können. Denn eines ist jetzt schon klar: Die Emissionsziele werden nicht ausreichen, um den Klimawandel auf zwei Prozent zu begrenzen. Die Lücke zwischen den nationalen Zielen und dem noch verbleibenden CO2 Budget der Welt gemäss Klimawissenschaften ist denn auch das zentrale Thema der Klimaverhandlungen in den Jahren 2014 und 2015, sagt Artur Runge-Metzger, einer der beiden Co-Vorsitzenden der Verhandlungen: „Wenn wir diese Lücke nicht schliessen können, dann ist Alles andere unwesentlich.“ [1]

Klimaverhandlungen im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags in Bonn (Foto: UNFCCC)

Klimaverhandlungen im ehemaligen Plenarsaal des Bundestags in Bonn (Foto: UNFCCC)

Die Verhandlungen in den kommenden beiden Jahren gelten als letzte Chance die Klimaerwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Ende 2015 soll in Paris ein neuer Weltklimavertrag verabschiedet werden, der alle Länder der Welt zu einem Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise verpflichtet. Dieser Vertrag soll dann ab 2020 gelten. Ausserdem wollen sich die Länder auf ehrgeizige Massnahmen bis 2020 verständigen. Noch haben sich aber nicht alle Entwicklungsländer damit abgefunden in Zukunft ebenfalls Anstrengungen zum Klimaschutz unternehmen zu müssen. Die Antwort der Umweltorganisationen auf Chinas Beitrag war denn auch nur Spott: „Es sieht so aus, als hätten manche Länder aus Versehen ihre Vorschläge für die Verhandlungen in Kopenhagen im Jahr 2009 wieder eingereicht.“ [2] In Kopenhagen hatten die Länder ebenfalls versucht einen wirksamen Weltklimavertrag auszuhandeln, waren aber spektakulär gescheitert. Seither drehten sich die Verhandlungen um eine bessere Verwaltung der Klimakrise.

Doch nun geht es wieder ums Ganze und viele Beobachter sind optimistisch, dass in Paris klappt, was in Kopenhagen unmöglich war: einen Vertrag auszuhandeln, der dem Zwei-Grad-Ziel gerecht wird. Michael Jakobs von der London School of Economics nennt drei Gründe für diesen Optimismus: Erstens, die Existenz und die Ursache für den Klimawandel werden kaum noch angezweifelt. Zweitens, neue Berechnungen von Klimaökonomen zeigen, dass Klimaschutz nicht einfach nur kostet, sondern einen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten kann. Und drittens, viele Länder haben die rechtlichen Grundlagen geschaffen, um ihre Emissionen zu steuern. [3] So haben mittlerweile rund 30 Länder damit begonnen einen Emissionshandel aufzubauen, wie er in der EU schon seit 2005 existiert. Von besonderer Bedeutung ist hier China. Doch ‚dank‘ der Luftverschmutzung in Chinas Grossstädten, ist Pekings Machthabern klar, dass die Emissionen schon bald sinken müssen. Denn bei Demonstrationen gegen die Umweltzerstörung könnte irgendwann auch das Machtmonopol der kommunistischen Partei in Frage gestellt werden.

Wo die grössten Potentiale zur Reduktion von Treibhausgasemissionen liegen hat derweil die Internationale Energieagentur IEA ausgerechnet: Klar führend sind Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden, Fahrzeugen oder elektrischen Geräten. Damit können mehr als 40 Prozent der erfoderlichen Emissionsreduktionen erreicht werden. Auf Platz Zwei folgen die erneuerbaren Energien mit einem Potential von 21 Prozent. Und auf Platz Drei kommt Atomenergie. Durch den Bau zusätzlicher Atomkraftwerke können acht Prozent der nötigen CO2 Reduktionen erzielt werden. Das Problem: Energieeffizienzmassnahmen gelten als „langweilig“ sagt Philippe Benoit von der IEA. Die Agentur schätzt, dass weltweit 300 Milliarden Dollar für diese Massnahmen ausgegeben werden. Dies entspreche aber nur einem Drittel der volkswirtschaftlich lohnenswerten Einsparpotentiale. „So wird eine Menge Geld verschenkt und viele Klimaschutzmassnahmen unterbleiben. Wir müssen die Einstellung der Menschen zur Energieeffizienz ändern. Wir sollten die Energieeinsparungen betrachten, als wären sie Energie.“ [4] mic

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