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Japan und China können Schutz der Haie nicht verhindern

UN Konferenz schränkt den Handel mit fünf Haifischarten ein

Bei den meisten UN-Umweltkommissionen können Entscheidungen nur im Konsens getroffen werden. Nicht so bei der UN Konvention über den Handel mit bedrohten Arten Cites. Dieser Besonderheit verdanken viele Arten ihr Überleben.

Japan und China haben bis zum Schluss gekämpft: In der Abschlusssitzung der UN Konvention über den Handel mit bedrohten Arten Cites wollten die beiden Länder die Diskussion über den Schutz der Haie wieder eröffnen. Doch wie schon in der vorberatenden Kommission hatten sie auch im Plenum zu wenig Unterstützung. Dort haben die 178 Mitgliedsländer der Cites mit Zweidrittelmehrheit beschlossen, dass der Handel von fünf Haifischarten in Zukunft bewilligungspflichtig ist. Sowohl das Export- wie auch das Importland muss nun prüfen, ob der Bestand dieser Fischarten durch den Handel gefährdet wird. „Das ist ein Dammbruch“ sagt Mathias Lörtscher, der Leiter der Schweizer Delegation. „Zum ersten Mal wird eine kommerziell bedeutsame Fischart unter den Schutz von Cites gestellt. Jetzt muss man schauen, wie die Umsetzung erfolgt. Ich gehe aber davon aus, dass bei der nächsten Cites Konferenz in drei Jahren weitere Fischarten geschützt werden. Dieser Trend wird weitergehen.“

Ähnlich erfolgreich waren die Diskussionen über den Schutz tropischer Baumarten. Auf Antrag der Herkunftsländer wie Madagaskar, Thailand oder Vietnam wird der Handel mit Rosen- und Ebenholz in Zukunft kontrolliert. „Beim Schutz der Tropenwälder sind wir auf dieser Konferenz einen Riesenschritt vorangekommen“, sagt Sandra Altherr, von der Umweltorganisation Pro Wildlife. „Der Kampf gegen die Holzmafia ist ab sofort nicht mehr nur Sache der Herkunftsländer.“ So ist der Bestand an Rosenholzbäumen in Thailand wegen des illegalen Holzhandels in den letzten fünf Jahren um 70 Prozent gefallen. Weltweit werden rund 30 Milliarden Dollar mit illegalem Holz umgesetzt – ein Geschäft, das zu 50 bis 90 Prozent von organisierten Verbrecherbanden kontrolliert wird, wie ein Interpol Bericht zeigt. Dabei besteht die Gefahr, dass einige Ebenholzarten ausgerottet werden, bevor sie überhaupt entdeckt werden: „In Madagaskar gibt es 80 bekannte Ebenholzarten, aber es werden ständig neue Arten entdeckt und es könnte insgesamt rund 240 Arten geben.“ sagt Noel McGough, ein Botaniker in der britischen Delegation.

Ob der Cites Schutz etwas bringt zeigt sich schliesslich aber erst in der Praxis. So stehen Elefanten, Nashörner, Tiger und Menschenaffen schon lange unter Artenschutz und trotzdem geht die Wilderei weiter. Doch langsam verlieren die Cites Mitglieder die Geduld mit den daran beteiligten Staaten. „Nie zuvor war der Ruf nach Sanktionen für Nichteinhaltung der Konferenzbeschlüsse so laut wie auf der diesjährigen Zusammenkunft.“ freut sich die Umweltorganisation WWF Deutschland. So wurden beim Elfenbeinhandel „Thailand, Kenia und China die Daumenschrauben angelegt“ und Sanktionen angedroht, wenn sie nicht mehr tun. Das Gleiche gilt für Nashörner: Hier müssen sich Mosambik und Vietnam bei der nächsten Cites Konferenz  auf Sanktionen gefasst machen. Und beim Handel mit Menschenaffen ist es bereits so weit: Gegen Guinea wurden sofortige Sanktionen verhängt, da das Land mehrfach mit bedrohten Menschenaffen gehandelt hatte. Damit festigt Cites seine Ausnahmeposition unter den diversen UN-Umweltkonventionen. Im Gegensatz zur Klima- oder Biodiversitätskonvention braucht es bei Cites keinen Konsens aller Länder, sondern nur eine Zweidrittelmehrheit. Ausserdem besteht die Möglichkeit Mitgliedsländer zu bestrafen, die sich nicht an die Beschlüsse halten. Diese Cites Besonderheiten retten womöglich die lukrativsten Haiarten vor dem Aussterben. mic

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