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Heathrow blieb trotz Drohnenflug offen

Mindestens elf Klimaaktivisten wurden bislang verhaftet

Trotz sieben präventiven Verhaftungen am Donnerstag haben Klimaaktivisten am Freitag versucht, den Flughafen London Heathrow mit Drohnen lahmzulegen. Trotz eines erfolgreichen Drohnenstarts wurde der Flugbetrieb aber nicht eingestellt.

Nach Angaben der Gruppierung „Heathrow Pause“ ist es den Klimaaktivisten am Freitagmorgen gelungen mindestens eine Spielzeugdrohne in der Nähe des Flughafens London Heathrow zu starten. [1] Das Ziel der Aktion war, Europas grössten Flughafen dazu zu zwingen, den Flugbetrieb einzustellen. Dies ist allerdings nicht passiert. Die Aktivisten wollten so gegen den Bau einer dritten Startbahn protestieren, die die Kapazität von Heathrow von derzeit 80 Millionen auf 130 Millionen Passagiere pro Jahr steigern würde. Die Aktion wurde lange im Voraus angekündigt, um Reisenden Zeit zu geben, ihre Pläne zu ändern. Gut vorbereitet waren aber auch der Flughafen und die Polizei. Zwei weitere Versuche eine Drohne zu starten, wurden durch Störsender verhindert. Auf einem Internetvideo ist zu sehen, wie eine Drohne bunt blinkt aber keine Verbindung zwischen der Fernsteuerung und dem Plastikspielzeug zustande kommt. [2]

Olympionike. Hier wird James Brown verhaftet. Er hat bei den Paralympics 2012 eine Bronzemedaille für Nordirland gewonnen. (Foto: Heathrow Pause)

Die Behörden setzten allerdings nicht nur auf Störsender, sondern auch auf präventive Verhaftungen. Am Donnerstagnachmittag verhaftete die britische Polizei sieben Aktivisten. [3] Einer davon ist Roger Hallam, ein Mitbegründer der Umweltbewegung Extinction Rebellion (XR). Dieser sagte vor seiner Verhaftung gegenüber der britischen Zeitung The Guardian bezüglich der dritten Startbahn: „Stoppt diese geplante Monstrosität und wir stoppen die Drohnenflüge.“ [4] Dem Ausbau des Flughafens steht allerdings kaum noch etwas entgegen: Obwohl das britische Unterhaus im Mai einen Klimanotstand erklärt hat, stimmte es dann im Juni für die Flughafenerweiterung. Diese Inkonsequenz stört Hallam besonders und er leitet daraus die Legitimität für die Aktion ab: „Wir leben in einer ‚Zeit der Konsequenzen‘ wie Churchill es genannt hat, angesichts der Gefahr durch die Nazis. Die Konsequenz nicht zu rebellieren, ist der Tod von Milliarden Menschen. Die Konsequenz von Rebellion ist eine Chance, das Schlimmste zu verhindern.“ [4]

Whatever it takes. Warum die Polizei mit einem derart grossen Aufgebot angerückt ist, um Roger Hallam und Mike Lynch-White zu verhaften, ist unklar.  Es gehört zu den XR-Grundsätzen keinerlei Widerstand zu leisten. Ausserdem müsste Londons Polizei Hallam mittlerweile kennen. (Video: William Watson)

Die Verhaftungen am Donnerstag vermochten die verbleibenden Heathrow-Pause-Aktivisten allerdings nicht einzuschüchtern, sodass es dennoch zu der Aktion kam. Am Freitag wurden daher mindestens vier weitere Personen verhaftet. Bei diesen ist die Rechtslage eindeutig. Wer im Umkreis von fünf Kilometern eines Flughafens eine Drohne aufsteigen lässt, macht sich strafbar auch wenn die Drohne wie geplant nur auf Kopfhöhe fliegt. Bei den Verhaftungen am Donnerstag ist die Rechtslage hingegen weniger klar. Die Polizei rechtfertigte diese damit, die Verhafteten würden verdächtigt, „sich verschworen zu haben, ein öffentliches Ärgernis zu begehen“. [5] Ob sich damit präventive Verhaftungen rechtfertigen lassen, ist allerdings umstritten. Unklar ist zurzeit auch noch, zu welchen Strafen die verhinderten Drohnenpiloten verurteilt werden können. Erstaunlich ist zudem, dass auch der Medienkoordinator von Heathrow Pause verhaftet wurde, denn dieser hatte nicht geplant selber eine Drohne zu fliegen. [4] Die Polizei gibt sich allerdings selbstsicher: „Wir glauben diese Verhaftungen sind eine verhältnismässige Antwort, um eine kriminelle Aktion zu verhindern, die signifikante Folgen für ein wichtiges Element der nationalen Infrastruktur haben könnte.“ [5]

Ursprünglich war geplant die Drohnenaktion im Rahmen von XR durchzuführen, doch die Idee stiess innerhalb der Bewegung auf Widerstand. Aus diesem Grund wurde die Aktion dann unter dem Banner „Heathrow Pause“ geplant. XR teilte in Folge der Verhaftungen mit: „Wir stehen zu unserer Position, diese Aktion weder zu unterstützen noch abzulehnen.“ [6] mic

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[1] Heathrow Pause, 13.09.2019: Tweet

[2] Heathrow Pause, 13.09.2019: Tweet

[3] Met Police, Stand 13.09.2019 um 15 Uhr: Policing operation at Heathrow

[4] Guardian, 13.09.2019: Heathrow third runway activists arrested before drone protest

[5] Met Police, 12.09.2019: Arrests in connection with operations at Heathrow Airport

[6] Extinction Rebellion, 12.09.2019: Statement from Extinction Rebellion UK on the preemptive arrest of members of Heathrow Pause

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