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Paris-Abkommen leitet Ende Ära der fossilen Energien ein

Klimaerwärmung soll auf “deutlich unter zwei Grad” begrenzt werden

Die UN-Klimakonferenz endet mit einem Abkommen, das von vielen als historisch bezeichnet wird. Zum ersten Mal in der Geschichte verpflichten sich alle Länder zum Klimaschutz.

In keiner Reaktion auf den neuen Weltklimavertrag durfte das Wort “historisch” fehlen. Bei der UN-Klimakonferenz in Paris haben sich alle Länder der Welt dazu verpflichtet, ihre Emissionen zu senken, sodass die Klimaerwärmung auf “deutlich unter zwei Grad” begrenzt werden kann. Die Länder wollen sogar “Anstrengungen unternehmen”, damit sich das Klima um nicht mehr als 1,5 Grad erwärmt. “Das Paris-Abkommen ist ein historischer Wendepunkt für die ganze Welt”, sagt Bill Hare der Chef des Forschungsinstituts Climate Analytics. “Die Weltgemeinschaft hat verstanden, dass die Gefahren durch den Klimawandel viel grösser sind als zuvor angenommen.” Das Abkommen setzt daher nicht nur Temperaturziele, sondern sagt auch wie diese erreicht werden sollen: Die globalen Emissionen sollen “so bald wie möglich” ihren Höhepunkt erreichen und anschliessend schnell sinken, sodass in der “zweiten Hälfte des Jahrhunderts” Emissionsneutralität erreicht wird. Dann darf nicht mehr CO2 emittiert werden als wieder absorbiert wird etwa durch Wälder.  Die EU ist zufrieden mit dem Abkommen: “Wir sind extrem glücklich”, sagte EU-Klimakommissar Miguel Arias Canete.

Das Klima dankt. Auf dem Militärflughafen Le Bourget in Paris ist gelungen, was lange unmöglich schien: ein ambitionierter Weltklimavertrag. (Foto: IISD)

Das Klima dankt. Auf dem Militärflughafen Le Bourget in Paris ist gelungen, was lange unmöglich schien: ein ambitionierter Weltklimavertrag. (Foto: IISD)

Das in Paris beschlossene Klima-Paket besteht aus zwei Teilen: den unverbindlichen Klimaplänen der Länder und dem rechtsverbindlichen Paris-Abkommen, das einen Rahmen für diese Pläne vorgibt. Dort ist neben den Zielen festgehalten, wann die Länder ihre Pläne einreichen müssen, wie die CO2-Buchhaltung funktioniert und welche Unterstützung  arme Länder erhalten. Dabei wurde die alte Zweiteilung der Welt in Industrie- und Entwicklungsländer weitgehend aufgehoben. Jetzt gibt es nur noch für die ärmsten Länder der Welt Ausnahmen. Aus Sicht von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist dies ein Erfolg: “Das ist das erste Klimaabkommen, be idem alle Länder mitmachen.” Dies gilt mittelfristig auch für die Finanzierung. Von 2020 bis 2025 müssen die Industriestaaten 100 Milliarden Dollar pro Jahr “mobilisieren” während die Entwicklungsländer Beiträge auf “freiwilliger” Basis leisten können. Doch für die Zeit ab 2026 ist der Geberkreis nicht definiert und dann werden sich wohl auch wohlhabende ‘Entwicklungsländer’ an den Klimahilfen beteiligen müssen.

Ausschlaggebend für den Erfolg des Paris-Abkommens wird sein, wie stark es die Investitionsentscheidungen der Wirtschaft zu beeinflussen vermag. Aus Sicht von May Boeve von der Umweltorganisation 350.org ist das Signal an die Investoren eindeutig: “Dies kennzeichnet das Ende des Zeitalters fossiler Brennstoffe. Die in dem Abkommen festgelegten Zielvorgaben können nur eingehalten werden, wenn Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben.” Diese Ansicht teilen auch die Konzenlenker von Prinz Charles’ ‘Corporate Leaders Group’: “Der Vertrag ist ein klares Signal. CO2-intensive Anlagen sind keine Option mehr”, sagt Sandrine Dixson-Declève. “Der Zug hat den Bahnhof verlassen. Wir bewegen uns auf eine emissionsarme Wirtschaft zu.” Und natürlich: “Dieses Abkommen ist historisch!

Das Abkommen übertrifft die Erwartungen der meisten Beobachter. Möglich gemacht hat dies die nicht zuletzt die ‘Koalition der Ambitionierten’. Diese Koalition ist zum ersten Mal am Mittwoch in Erscheinung getreten und konnte am Donnerstag weitere Mitglieder wie die Schweiz rekrutieren. Am Freitag kam dann eine Demonstration der Stärke: Die Minister der ‘Ambitionierten’ betraten untergehakt und unter Applaus den Plenarsaal. Für EU-Klimakommissar war diese Allianz entscheidend: “Die ‘Koalition der Ambitionierten’ hat den Wendepunkt gebracht.” Die Koalition versammelt “kleine und grosse Länder, reiche und arme” wie deren Initiator der Minister der Marschall-Inseln Tony de Brum sagte. Ausserdem hatten die Ambitionierten die Mehrheit unter den Ländern. Dem konnten sich schliesslich auch die Bremser nicht vesagen und so wurde möglich, was vor zwei Wochen noch keiner erwartet hatte: ein ambitioniertes Klimaabkommen. mic

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