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Ozonkiller werden durch Klimakiller ersetzt

Ozonschädigende Substanzen werden durch Stoffe ersetzt die 12‘000 Mal klimaschädlicher sind als CO2

Das Montreal Protokoll hat einen klaren Auftrag: die Abschaffung ozonschädigender Substanzen. Doch deren Ersatzstoffe sind eine Gefahr für das Klima. Daher fordern viele Länder eine Ergänzung des Montreal Protokolls. Dies ist aber wegen verhandlungstaktischer Überlegungen der Schwellenländer derzeit nicht möglich.

Das bislang erfolgreichste Klimaschutzabkommen ist nicht etwa das Kyoto Protokoll sondern das Montreal Protokoll zum Schutz der Ozonschicht, da die ozonschädigenden Chemikalien auch die Klimaerwärmung befeuern. Die Abschaffung dieser Substanzen hat die gleiche Wirkung wie die Reduktion der CO2 Emissionen um 25 Gigatonnen (25 Milliarden Tonnen) oder knapp soviel wie in einem Jahr weltweit emittiert wird. Doch nun droht das Montreal Protokoll zu einer ernsten Gefahr für das Klima zu werden, denn die ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe kurz FCKWs, werden durch Fluorkohlewasserstoffe kurz FKWs ersetzt. Diese schädigen zwar nicht die Ozonschicht, sind dafür aber 12‘000 Mal klimaschädlicher als CO2.

Aus diesem Grund fordern die USA, die EU sowie die kleinen Inselstaaten, dass FKWs ebenfalls mithilfe des Montreal Protokolls aus der Welt geschafft werden. Doch dies trifft auf erbitterten Widerstand der Entwicklungsländer allen voran China, Indien und Brasilien. Für diesen Widerstand gibt es drei Gründe, erklärt Blaise Horisberger, der Schweizer Vertreter im Montreal Protokoll: „Die Entwicklungsländer sind derzeit mit dem Ersatz der HFCKWs sehr beschäftigt und die Schwellenländer haben ein grosses Interesse an der FKW Produktion, die gerade zu ihnen umgezogen wird. Ausserdem sind neue FKW Ersatzstoffe zum Teil noch patentgeschützt und daher teurer als die patentfreien FKWs. Der wichtigste Grund ist aber politisch: Das Montreal Protokoll verpflichtet sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer, während in der UN Klimakonvention bislang nur die Industriestaaten zu einer Reduktion ihrer Emissionen verpflichtet sind. Doch dies soll sich ändern und derzeit werden die Bedingungen für die verbindliche Einbeziehung der Entwicklungsländer verhandelt. Aus diesem Grund haben die Entwicklungsländer Angst einen Präzedenzfall zu schaffen, wenn sie einer Klimaschutzmassnahme nach den Regeln des Montreal Protokolls zustimmen.“

Bevor auch FKWs mithilfe des Montreal Protokolls reduziert werden, wird es daher noch „ein paar Jahre“ dauern, glaubt Horisberger. Gleichzeitig habe aber ein „Paradigmenwechsel“ in der praktischen Umsetzung des Montreal Protokolls stattgefunden: Seit ein paar Jahren versuche der Ozonfonds, der Projekte zum Schutz der Ozonschicht finanziert, die Förderung der FKW Produktion durch solche Projekte wenn immer möglich zu vermeiden. Dies ist auch dringend erforderlich: Wissenschaftler gehen davon aus, dass FKWs im Jahr 2050 zwischen 9 und 45 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen ausmachen, je nachdem wie stark die CO2 Emissionen sinken. Damit droht die Klimakrise zum Opfer des erfolgreichen Kampfs gegen das Ozonloch zu werden. mic

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