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Die Welt entwächst der Armut

Bis 2030 soll die globale Mittelklasse um 173 Prozent wachsen

Während der Zustand der globalen Umwelt von Jahr zu Jahr schlechter wird, geht es den meisten Menschen immer besser. Doch ein Teil der Länder droht den Anschluss zu verlieren und in einem Kreislauf aus Hunger und Krieg gefangen zu bleiben.

Der Anteil der Menschen, der in extremer Armut lebt (weniger als 1,25 Dollar pro Tag), ist von über 40 Prozent im Jahr 1980 auf unter 20 Prozent im Jahr 2010 gefallen. [1] Dieser Fortschritt ist zu einem grossen Teil Indien und China zu verdanken. Aber auch in allen anderen Teilen der Welt mit Ausnahme von Zentralasien sinkt die Armut. Gleichzeitig steigt der Anteil der globalen Mittelklasse kontinuierlich: Die OECD schätzt, dass heute rund ein Viertel und im Jahr 2030 über 60 Prozent der Menschheit zur Mittelklasse gehören. [2] Grund für diesen Erfolg, ist in erster Linie das Wirtschaftswachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländer. Mittlerweile gelten nur noch 40 Länder als „Staaten-Niedrigen-Einkommens“. Aber es gibt noch mehr gute Nachrichten: Die Kindersterblichkeit ist seit 1990 um ein Drittel gefallen. Die Zahl der der Menschen, die an Malaria sterben ist seit dem Jahr 2000 um 20 Prozent gefallen, ebenso wie die Zahl der Neuansteckungen mit HIV. Ausserdem haben mittlerweile 87 Prozent aller Menschen Zugang zu sauberem Wasser. Damit kann ein Grossteil der Millenium Entwicklungsziele erreicht werden. [3]

Sorge bereiten hingegen Hunger und Krieg. Obwohl die Zahl der Menschen, die in extremer Armut lebt mehr als halbiert werden konnte, ist die Zahl der unterernährten Menschen seit 1990 gestiegen: von 828 auf 837 Millionen. Noch immer ist fast ein Viertel aller Kinder in den Entwicklungsländern untergewichtig. [3] Bedenklich ist auch die Zahl der Staaten mit Krieg, Bürgerkrieg oder einem hohen Mass an politischer Gewalt – der Heimat von über einem Fünftel der Menschheit. Gemäss dem Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung gab es letztes Jahr mehr gewalttätige Krisen als in jedem anderen Jahr seit 1945. Durch den „arabische Frühling“ hat insbesondere die Zahl der „Kriege“ zugenommen. [4]

Kurz, während es den meisten Menschen immer besser geht, fällt ein Teil der Menschen und ein Teil der Länder immer weiter zurück. Für dieses Phänomen hat der englische Ökonomieprofessor Paul Collier den Begriff „bottom billion“ geprägt [5], der sich nur schlecht mit „Bodenmilliarde“ übersetzen lässt. Aus seiner Sicht stecken diese Länder in einer Falle. Wegen interner Konflikte, dem Ressourcenfluch oder mangels Zugang zum Meer und schlechter Nachbarschaft gelingt es ihnen nicht eine positive Wachstumsdynamik zu erzeugen. Dadurch wächst die Gefahr, dass sie schliesslich als gescheiterte Staaten (failed states) enden und nicht nur für ihre eigene Bevölkerung sondern auch für ihre Nachbarstaaten zu einer Gefahr werden. Collier empfiehlt daher die Entwicklungshilfe besonders auf diese Staaten zu konzentrieren. Da trifft es sich gut, dass diese im Jahr 2010 mit 129 Milliarden Dollar ein neues Rekordniveau erreicht hat. [3] mic

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[1] Weltbank, 2012: An update to the World Bank’s estimates of consumption poverty in the developing world

[2] OECD, 2010: The Emerging Middle Class in Developing Countries

[3] UNO, 2011: The Millennium Development Goals Report 2011

[4] Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung, 2012: Conflict Barometer 2011

[5] Paul Collier, 2007: The Bottom Billion – Why the Poorest Countries are Failing and What Can Be Done About It (amazon.com)

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