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Tuvalu und die Einheit der Entwicklungsländer

Positionen der Entwicklungsländer differenzieren sich aus

Tuvalu, 26 Quadratkilometer, 12 000 Einwohner, höchste Erhebung: 4,5 Meter über dem Meeresspiegel, hatte heute seinen grossen Tag. Der Inselstaat fordert die Verabschiedung eines Kopenhagen Protokolls mit dem Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dies ist nur möglich, wenn alle Länder, also auch die grossen Schwellenländer wie China oder Brasilien ihre Emissionen schnell massiv senken. Dazu sind sie derzeit nicht verpflichtet und so hält sich ihre Begeisterung über den Vorschlag aus der Südsee denn auch in Grenzen. Aber Tuvalu ist nicht allein. Die anderen 42 Inselstaaten unterstützen das 1,5 Grad Ziel und auch die 49 ärmsten Länder der Welt, meist afrikanische Kleinstaaten, sind dafür. Tuvalu hat so bald die Hälfte der 194 in Kopenhagen vertretenen Länder hinter sich.

Dies bedeutet natürlich nicht, dass der Vorschlag der Insulaner eine Chance hätte, denn das vorgeschlagene Protokoll müsste im Konsens verabschiedet werden. Bedeutsam ist diese Entwicklung aber dennoch: Der monolithische Block der Entwicklungsländer beginnt zu bröckeln. Jetzt, wo die Klimaverhandlungen auf die Zielgerade einbiegen, zeigt sich, dass die Seychellen und Saudi Arabien, Singapur und Simbabwe unterschiedliche Interessen haben. Die westlichen Industriestaaten als Hauptverursacher des Klimawandels werden dadurch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Durch die Ausdifferenzierung der Positionen der verschiedenen Entwicklungsländer steigt aber der Druck insbesondere auf China seine Emissionen zu reduzieren. Bislang hatte sich der mittlerweile grösste Emittent von Treibhausgasen hinter den anderen Entwicklungsländern verstecken können. Dies will Tuvalu nun nicht länger akzeptieren.

Bewegung in die Blöcke kam aber auch in der Finanzfrage: Hier haben Mexiko, Grossbritannien, Norwegen und Australien einen gemeinsamen Vorschlag für die Ausgestaltung der Finanzarchitektur eingereicht. Dass bei diesem brisanten Thema eine gemischte Ländergruppe aktiv wird, ist ebenfalls neu. Und vielleicht findet sich auch Geld, das in der vorgeschlagenen Finazarchitekur verwaltet werden kann: Der Spekulant und Philanthrop George Soros hat hier einen vielbeachteten Vorschlag gemacht. Er will ungenutzte Liquiditätsreserven, die der Weltwährungsfonds den Industrieländern zur Verfügung gestellt hat, in einen Klimafonds umleiten. Und dabei geht es nicht um Kleingeld, sondern um 150 Milliarden Dollar. Ihre Heimat kann man den Tuvaluern damit aber auch nicht ersetzen. mic

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