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Durchbruch beim Schutz der Regenwälder

Abholzung und Rodung der Wälder kann nun mit Hilfe der UN-Klimakonvention reduziert werden

Seit Jahren heisst es, das Verhandlungskapitel über den Schutz der Wälder stehe kurz vor dem Abschluss. Nun ist es soweit: Der Schutz der Wälder wird Teil der UN-Klimakonvention und kann nun in grossem Stil umgesetzt werden.

Die Abholzung und Rodung der Regenwälder ist für rund ein Fünftel der globalen CO2 Emissionen verantwortlich. Seit zehn Jahren wird daher im Rahmen der UN-Klimakonvention über die ‚Reduktion der Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung‘ verhandelt. Abgeleitet von der englischen Bezeichnung ‚Reducing emissions from deforestation and forest degradation‘ heisst dieses Programm ‚Redd-Plus‘. Bei den Verhandlungen in Bonn ist nun der Durchbruch gelungen. Die Länder haben die letzten ausstehenden Streitfragen geregelt, sodass das Programm bei der Klimakonferenz im Dezember in Paris offiziell verabschiedet werden kann. Aus Sicht vieler Beobachter kam diese Einigung überraschend, da sie die Länder im Verdacht hatten, das Thema aus taktischen Gründen zu verzögern. „Der heutige Durchbruch ist unerwartet und die Länder verdienen Lob für ihre harte Arbeit in den Letzten zehn Jahren.“, sagt Gustavo Silva-Chávez von der US-Waldinitiative Forest Trends. [1]

Hast du schon gehört? Die Menschen haben sich auf den Schutz der Regenwälder mit Hilfe der UN-Klimakonvention geeinigt. Bloss unseretwegen hätten sie das bestimmt nicht gemacht. (Foto: Pixabay)

Hast du schon gehört? Die Menschen haben sich auf den Schutz der Regenwälder mit Hilfe der UN-Klimakonvention geeinigt. Bloss unseretwegen hätten sie das bestimmt nicht gemacht. (Foto: Pixabay)

In Bonn mussten drei Fragen geklärt werden: Bolivien wollte (zuletzt im Alleingang) verhindern, dass beim Schutz der Wälder auch Marktmechanismen wie der Emissionshandel zum Einsatz kommen. Hier hat man sich darauf geeinigt, dass das Geld für den Waldschutz sowohl mit als auch ohne den Rückgriff auf Märkte aufgebracht werden soll. Die afrikanischen Länder wollten durchsetzen, dass durch den Waldschutz nicht nur die Emissionen gesenkt, sondern zwingend auch andere Vorteile erreicht werden müssen etwa der Schutz von Wasserscheiden. Hier hat man sich geeinigt, dass derart positive ‚Nebenwirkungen‘ wünschenswert aber nicht zwingend sind. Am stärksten umstritten waren schliesslich die sogenannten ‚Sicherheitsklauseln‘ (engl. Safeguards). Mit diesen Klauseln soll verhindert werden, dass der Schutz der Wälder zu Lasten der Waldbewohner oder der Artenvielfalt erfolgt. Die Geberländer und die Vertreter von indigenen Völkern wollten hier starke Sicherheiten, während Waldländer wie Brasilien argumentierten, solche Sicherheitsklauseln seien unnötig. Hier hat man sich auf ein Berichtswesen geeinigt: Die Waldländer müssen regelmässig erklären, was sie zum Schutz der Waldbewohner tun. Aus Sicht von Donald Lehr von der ‚Safeguards Arbeitsgruppe‘ ist dieses Resultat nur knapp genügend: „Die Sicherheiten sind minimal. Wir sehen ein Skelett.“ Für Rosalind Reeve von der Ateneo Universität in Manila (Philippinen) bietet dieses ‚Skelett‘ aber genügend Ansatzpunkte für „schrittweise“ Verbesserungen: „Es gibt verschiedene Wege, wie wir die Sicherheitsklauseln clever nutzen können, um mehr zu erreichen.“ [2]

Damit sind die letzte Hindernisse ausgeräumt, um den Waldschutz voll in die UN-Klimakonvention zu integrieren. Länder können nun Redd in ihren Klimaplänen (INDCs) berücksichtigen, die sie beim UN-Klimasekretariat einreichen müssen. Zudem hat der Grüne Klimafonds nun die Möglichkeit Redd Projekte zu fördern. Der Umsetzung der ersten Projekte steht damit nichts mehr im Wege, da die restliche Infrastruktur bereit steht: Verschiedene UN-Organisationen unterstützen seit Jahren 60 Waldländer bei der Vorbereitung auf Redd etwa durch die Vermessung der Wälder oder die Anpassung der Forstgesetze. [3] Und bei der Weltbank gibt es ein Finanzfazilität mit 850 Millionen Dollar. [4] Um die Wälder in grossem Stil zu schützen, ist aber mehr Geld erforderlich. Das Pariser Abkommen müsse „signifikante Beträge“ für Waldprojekte generieren, sagt Silva-Chávez. [1] mic

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[1] Forest Trends, 10.06.2015: Surprising Development at UN Climate Meetings: REDD+ Is Finished

[2] Thomson Reuters Foundation, 10.06.2015: Forest protection scheme sewn up at UN climate talks

[3] Homepage des UN-EDD Programms

[4] Homepage der Forest Carbon Partnership Facility

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