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Thailand durch Überschwemmung zweigeteilt

Schwerste Regenfälle in 30 Jahren fordern 25 Tote

Letztes Jahr Dürre, nun Überschwemmungen. Auch ohne das Wetterphänomen El Niño wird Thailand von Extremwetterereignissen geplagt.

Eigentlich herrscht in Thailand im Januar Trockenzeit. Doch seit einer Woche leidet Südthailand unter sindflutartigen Regenfällen und nun Überschwemmungen. Der Chef der Militärchunta und Premierminister Prayut Chan-o-Cha sagte: „Die schweren Überschwemmungen sind Folge der schlimmsten Regenfälle in 30 Jahren.“ [1] Bislang haben die Unwetter 25 Tote gefordert. Insgesamt sind über eine Million Menschen betroffen. Dazu gehören auch ausländische Touristen. Die deutsche Botschaft in Bangkok warnt, die „Feriengebiete Koh Samui, Krabi und Phuket“ seien betroffen und die Notlage könne „sich auf weitere Landesteile ausweiten. Es kommt zu Behinderungen im Flug-, Schienen- und Straßenverkehr innerhalb Thailands.“ [2]

Beten hilft nicht. Noch sind die Überschwemmungen in Thailand nicht so schlimm wie im Jahr 2011 als 900 Menschen ums Leben kamen. (Foto: US Armee / Flickr)

Beten hilft nicht. Noch sind die Überschwemmungen in Thailand nicht so schlimm wie im Jahr 2011 als 900 Menschen ums Leben kamen. (Foto: US Armee / Flickr)

Überland ist der Süden Thailands im Moment nicht zu erreichen. Rund 200 Kilometer südlich von Bangkok, in Prachuap Khiri Khan, wurde die einzige Strassenverbindung zwischen Süd- und Zentralthailand überschwemmt und eine Brücke weggerissen. Züge verkehren derzeit ebenfalls nicht. Besonders schwer getroffen ist die südthailändische Stadt Nakhon Si Thammarat. Dort steht zusätzlich der Flughafen unter Wasser. In den thailändischen Provinzen ist mittlerweile die Armee im Einsatz. „Eine grosse Anstrengung ist erforderlich, um Menschen in höher gelegen Gebiete zu bringen und sicher zu stellen, dass sie Nahrungsmittel und medizinische Güter erhalten.“, sagte General Sansern Kaewkamnerd, Thailands Regierungssprecher. [3]

Der wirtschaftliche Schaden dürfte sich allerdings in Grenzen halten, sagte Chen Namchaisiri, der Chef von Thailands Industrieverband. „Überschwemmungen richten vor allem an Strassen, Brücken und Transportverbindungen Schäden an, aber nicht an Maschinen oder dem Produktionsprozess. Letztere sind meist durch Versicherungen abgedeckt. Daher wird der Schaden für den privaten Sektor eher begrenzt sein.“ [4] Namchaisiri schätzt, dass sich der Schaden auf 15 Milliarden Baht, knapp 400 Millionen Euro, belaufen wird. Das ist weniger als ein Tausendstel des thailändischen Bruttoinlandsprodukts. Betroffen sind allerdings auch Kautschukfarmer, warnte der Präsident von Thailands Kautschukverband Uthai Sonlucksub: „Das Problem ist, in den letzten zwölf Monaten hatten wir sowohl eine Dürre und jetzt Überschwemmungen. Es war desaströs für Bauern.“ Sonlucksub erwartet dahe steigende Preise: „Ich hatte Bestellungen aus China, aber ich bin nicht sicher, dass wir liefern können.“ [5] Falls doch werde dies zu „höheren Preisen sein als erwartet.“ Der Preis für Rohkautschuck ist in den letzten sechs Jahren um drei Viertel gefallen. Derzeit kostet ein Kilo 1,50 Euro.

Letztes Jahr erlebten die Länder entlang des Mekong Flusses – Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam – die schwerste Dürre in 90 Jahren. Das Wetterphänomen El Niño sorgte damals für Extremwetter rund um die Welt. Doch der El Niño ist seit Mitte 2016 zu Ende und eigentlich müsste nun wieder ‚normale‘ Witterung herrschen. Doch Chan-o-Cha warnte, dass wegen des Klimawandels Dürren und Überschwemmungen immer häufiger würden: „Thailand muss sich vorbereiten, um dieses Probleme zu meistern.“ [1] Dies gilt umso mehr, da mittlerweile klar ist, dass der Klimawandel bei den schweren Überschwemmungen in Zentralthailand und Bangkok im Jahr 2011, die entscheidende Rolle gespielt hat. Eine Studie in einem Journal der Amerikanischen Gesellschaft für Meteorologie kommt zum Schluss: „Die Ursachenanalyse zeigte, dass Treibhausgase der grösste, externe Klimafaktor waren, die zum Anstieg der Regenfälle geführt haben.“ [6] Für das aktuelle Extremwetter liegen noch keine derartigen Forschungsergebnisse vor. Klar ist aber auch: Eine wärmere Atmosphäre enthält mehr Wasserdampf, weshalb stärkere Regenfälle zu erwarten sind. mic

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[1] RTE, 09.01.2017: 21 dead after worst rain ‘in 30 years’ in southern Thailand

[2] Auswärtiges Amt, Stand 10.01.2017: Thailand: Reise- und Sicherheitshinweise

[3] The Weather Channel, 09.01.2017: ‘Worst Rainfall in 30 Years’: Thailand Flooding Hits 700,000 People, Leaves 21 Dead

[4] Bangkok Post, 09.01.2017: Economic impact of Southern floods B15bn maximum

[5] Reuters, 09.01.2017: Thai floods kill 21 and hit rubber production

[6] Journal of Climate, Januar 2016: The 2011 Great Flood in Thailand: Climate Diagnostics and Implications from Climate Change

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