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Walmart und die Klimawissenschaften

Grosskonzerne richten sich am Paris Abkommen aus

Das Paris Abkommen verpflichtet Staaten zum Klimaschutz. Es sendet aber auch ein unmissverständliches Signal an die Wirtschaft, dass die globalen Emissionen innert weniger Jahrzehnte auf Null sinken werden. Einige Grosskonzerne stellen sich bereits darauf ein.

Im Paris Abkommen verpflichten sich Staaten, die Emissionen auf ihrem Territorium zu begrenzen. Viele dieser Länder sind klein – kleiner als multinationale Konzerne mit ihren weltumspannenden Wertschöpfungsketten. So übertrifft der Umsatz des US-Einzelhändlers Walmart von 485 Milliarden Dollar im Jahr 2015 das Bruttoinlandsprodukt BIP der 172 kleinsten Länder. Wäre Walmart ein Land, läge es mit seinem Umsatz auf Platz 23 der grössten Volkswirtschaften der Welt, knapp hinter Schweden. Doch Unternehmen können nicht Teil eines völkerrechtlichen Vertrags sein. Für sie gibt es kein Paris-Abkommen. Umgekehrt können die Ziele des Paris-Abkommens ohne diese Giganten der Wirtschaft nicht erreicht werden: “Wir können die Klimaziele nur erreichen, wenn Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft zusammenarbeiten”, sagt die französische Klima-Botschafterin Laurence Tubiana, eine der beiden ‘UN-Klima-Champions’ die den Klimaschutz vor dem Jahr 2020 beschleunigen sollen.

Symbolbär. Passt mir auf, dass Walmart & Co. ihre Versprechen auch einhalten. (Foto: beingmyself / flickr)

Symbolbär. Passt mir auf, dass Walmart & Co. ihre Versprechen auch einhalten. (Foto: beingmyself / flickr)

Um Firmen wie Walmart anzuregen beim Klimaschutz mitzuarbeiten, wurde daher die UN-Initiative für ‘Wissenschaftsbasierte Ziele’ geschaffen. Ein Unternehmen, das dort Mitglied werden will, muss sich Klimaziele setzen, mit der die Klimaerwärmung auf zwei Grad begrenzt werden kann. Mittlerweile haben 193 Grosskonzerne die Mitgliedschaft beantragt. 26 Firmen wurde der Antrag statt gegeben: Ihre Ziele wurden geprüft und für gut befunden. Eine dieser Firmen ist Walmart. Der Einzelhändler hat sich dafür zu dreierlei verpflichtet: Er will, seine direkten Emissionen bis zum Jahr 2025 um 18 Prozent im Vergleich zu 2015 reduzieren, etwa den CO2 Ausstoss der Lastwagenflotte. Das gleiche Ziel gilt für die indirekten Emissionen. Hierzu zählen etwa die Emissionen, die bei der Produktion von Strom für Walmart Supermärkte anfallen. Die grösste Wirkung wird aber voraussichtlich die dritte Verpflichtung haben: Walmart hat versprochen, die Emissionen zu reduzieren, die bei der Herstellung und beim Gebrauch der Produkte anfallen, die von Walmart verkauft werden. Walmart hat weltweit 100’000 Lieferanten und 260 Millionen Kunden. Diese sollen bis zum Jahr 2030 ihre Emissionen um eine Milliarde Tonnen CO2 pro Jahr senken. Das ist mehr als Deutschland vorletztes Jahr produziert hat. Zupass kommt Walmart dabei, dass ein Teil seiner Zulieferer ebenfalls bei der Initiative für ‘Wissenschaftsbasierte Ziele’ mitmacht, etwa General Mills (Nahrungsmittel, USA), Kellogg (dito), Sony (Elektronik, Japan), Dell (Computer, USA) und Diageo (Spirituosen, Grossbritannien).

Diese Firmen tun das nicht (nur) weil sie das Klima retten wollen, sondern auch, weil es gut fürs Geschäft ist. Klimaschutz senkt Strom- und andere Kosten, verbessert das Image der Firma bei Kunden und Mitarbeitern und erleichtert die Beziehungen zu staatlichen Institutionen. “Regierungen setzen nicht nur Regeln, sondern sind auch potentielle Kunden”, sagt etwa John Pflüger von Dell. Vielen Firmen ist dabei der direkte Bezug zu den Klimawissenschaften wichtig: “Es hilft, intern die Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass wir das in einer logischen Art und Weise tun”, sagt Keiko Shiga von Sony. Ausserdem gebe einem die Mitgliedschaft bei der Initiative das Gefühl, “Teil einer grösseren Bewegung zu sein und wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir die erfoderlichen Reduktionen erreichen.”

Im deutschsprachigen Raum  sind ebenfalls einige Grosskonzerne “Teil der Bewegung”. Den Mitgliedschaftsanträgen des Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom und des österreichischen Stromkonzerns ‘Verbund’ wurde bereits stattgegeben. Die Swisscom verpflichtet sich zu einer Reduktion der direkten Emissionen um zehn Prozent, der indirekten Emissionen um hundert Prozent und der Emissionen in der Lieferkette um 18 Prozent bis 2020 im Vergleich zum Jahr 2013. ‘Verbund’ verpflichtet sich derweil alle drei Emissionstypen um 90 Prozent bis zum Jahr 2021 zu senken (im Vergleich zu 2011). Noch in der Prüfung befinden sich zudem die Anträge der folgenden Konzerne: Commerzbank (Finanzdienstleistungen, Deutschland), Daimler (Automobilbau, Deutschland), Krones (Maschinenbau, Deutschland), Safra Sarasin (Finanzdienstleistungen, Schweiz), Nestlé (Nahrungsmittel, Schweiz), Novartis (Pharma, Schweiz). mic

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