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Jetzt fehlt nur noch das Geld

Der internationale Artenschutz braucht 40 Milliarden Dollar pro Jahr

Vor zwei Jahren haben sich die Länder der Welt auf einen Zehn-Jahres-Plan zum Schutz der Artenvielfalt verständigt. Doch eine Frage blieb ungelöst: Woher soll das Geld für diesen Plan kommen?

Einen Plan haben sie bereits, die Delegierten der internationalen Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt in Hyderabad, Indien. Und der Plan ist sogar gut: Der Plan „hat die Kraft den dramatischen Verlust an Artenvielfalt zu stoppen“, sagt Lasse Gustavson, der Direktor für Artenschutz bei der Umweltorganisation WWF. „Jetzt müssen die Regierungen ihre Versprechen mit Geld unterlegen und Worten Taten folgen lassen.“ Doch die erforderlich Summe ist nicht trivial: Achim Steiner, der Chef des UN Umweltprogramms, schätzt, dass jährlich 40 Milliarden Dollar erforderlich sind. [1] Für diese Summe soll der Verlust an Wäldern und anderen Lebensräumen bis zum Jahr 2020 halbiert werden. Ausserdem sollen bis dann 15 Prozent der bereits geschädigten Wälder rehabilitiert werden. Dabei lassen sich die 40 Milliarden bereits mit der Wiederherstellung von geschädigten Wäldern amortisieren: Die Internationale Naturschutzunion schätzt, dass dadurch ein Nutzen von 85 Milliarden Dollar pro Jahr entsteht. Für Steiner sind die 40 Milliarden daher ein „Schnäppchen“.

Wo das Geld herkommen könnte, weiss derweil Hubert Weiger, der Chef des Bundes für Umwelt und Naturschutz Bund: „Durch den Abbau umweltschädigender Subventionen können Gelder in den Schutz der biologischen Vielfalt fliessen.“ Damit greift Weiger eine Idee auf, die in keinem G20 Abschlusscommuniqué fehlen darf: Die Reduktion der Subventionen für das Verbrennen von Öl, Kohle und Gas, die weltweit pro Jahr mehr als 500 Milliarden Dollar kosten. Doch das dies gelingt darf bezweifelt werden. Der WWF hat nachgezählt: Bislang haben nur 14 Länder den vor zwei Jahren beschlossenen Plan zum Schutz der globalen Artenvielfalt auch in ihre nationalen Pläne integriert. Hinzu kommt, dass viele Industriestaaten „noch immer mit der Finanz- und Wirtschaftskrise zu kämpfen haben, ja dem Staatsbankrott ins Auge schauen“ wie Steiner sagt. [1] Daher hofft die UNO auch private Gelder mobilisieren zu können, etwa mit Hilfe des Habitat Bankings: Unternehmen die grossflächig Landschaft zerstören wie Minenbetreiber oder Immobilienentwickler sind in einigen Ländern gezwungen dafür Ersatz zu schaffen. Dazu kaufen sie Land, das bereits genutzt oder geschädigt wurde, rehabilitieren es und stellen es unter Schutz. In den USA fliessen so bereits drei Milliarden Dollar jährlich in den Schutz von Sumpfgebieten. Kurz, die beste Hoffnung der 380 Tier- und Pflanzenarten, die jeden Tag aussterben, ist die Kreativität der Delegierten in Hyderabad: sie müssen „innovative Finanzierungsquellen“ finden, um die Lebensräume dieser Arten zu schützen. mic

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[1] Achim Steiner auf Project Syndicate, 60.10.2012: The Biodiversity Bargain

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