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Chinesen kaufen weltweit Immobilien auf

Chinesische Investoren sorgen für steigende Immobilienpreise in Tokyo

In den USA und Australien sind Chinesen schon länger die grössten ausländischen Investoren im Immobilienmarkt. Jetzt kommt Japan dazu. Dank des tiefen Yenkurses sind Liegenschaften dort aus chinesischer Sicht billig.

Japans Bevölkerung schrumpft, doch die Preise für Immobilien steigen. Letztes Jahr sind japanische Immobilien um 1,5 Prozent teurer geworden und Eigentumswohnungen in Tokyo haben sogar um 8,9 Prozent zugelegt. „Für normale Haushalte ist es schwierig geworden, mit den steigenden Wohnkosten mitzuhalten, während die Löhne stagnieren.“, schreibt die Deutsche Bank in einer Analyse. [1] Für die steigenden Preise gibt es zwei Gründe: Zum einen hat Japan dieses Jahr die Erbschaftssteuer erhöht. Bei der Berechnung der Steuer wird bei Immobilien jedoch nicht der Marktwert sondern ein Schätzwert verwendet, der meist unter dem Marktwert liegt. „Es gibt viele reiche Japaner, die in teure Eigentumswohnungen im Stadtzentrum investiert haben, um Steuern zu sparen. Investitionen in Mietwohnungen haben ebenfalls zugenommen.“, schreibt die Deutsche Bank. [1]

Der Grossraum Tokyo ist mit 37 Millionen Einwohnern noch immer die grösste Metropole der Welt. Trotz einer Geburtenrate von 1,13 Kinder pro Frau ist die Bevölkerung dank Zuzug aus dem Rest Japans derzeit stabil. Und jetzt kommen die Chinesen. (Foto: Cors/Wikicommons)

Der Grossraum Tokyo ist mit 37 Millionen Einwohnern noch immer die grösste Metropole der Welt. Trotz einer Geburtenrate von 1,13 Kinder pro Frau ist die Bevölkerung dank Zuzug aus dem Rest Japans derzeit stabil. Und jetzt kommen die Chinesen. (Foto: Cors/Wikicommons)

Der zweite Grund für die steigenden Preise sind aber nicht japanische sondern ausländische Käufer insbesondere aus China, Taiwan und Hong Kong. Der Yen hat im vergangenen Jahr 20 Prozent an Wert verloren, somit sind japanische Immobilien für viele Chinesen nun billig. „Die Nachfrage ist wie Wasser das aus einem Brunnen schiesst.“, sagt der Zhou Yinan von der chinesischen Maklerfirma SouFun in Osaka. „Bis letztes Jahr kamen die chinesischen Käufer vor allem aus Taiwan. Aber dieser Trend hat sich seit Oktober gekehrt, als der Yen gegenüber dem chinesischen Yuan gefallen ist.“ [2] Ein anderer Makler, Song Zhiyan von der Firma BestOne, stimmt dem zu: „Es gibt seit kurzem so viele chinesische Käufer. Ich arbeite nur mit Kunden, die bar bezahlen können. Warum sollte ich meine Zeit verschwenden?“ [2] Immobilienmakler organisieren mittlerweile dreitägige Gruppenreisen für Interessenten aus China, damit diese sich Immobilien anschauen können.

„Einen solchen Deal würde ich in China nicht finden.“, sagt die chinesische Programmiererin Lin Huan. Mit Hilfe ihrer Eltern hat sie eine Dreizimmerwohnung in Shinbashi, Tokyo, für 203‘000 Dollar gekauft. [2] Sie erwartet eine Rendite von fünf Prozent aus Mieteinnahmen während in China Mietwohnungen nur zwei Prozent Rendite abwerfen. Im Vergleich zum Vorjahr haben Chinesen in Japan 70 Prozent mehr Immobilien gekauft, schätzt die taiwanische Maklerfirma Sinyi Realty. 10 bis 15 Prozent aller neuen Wohnungen in Japan würden mittlerweile von asiatischen Kunden gekauft. [2] Im Vergleich zu Australien ist das wenig: In Sidney wird knapp ein Viertel aller Immobilien an Chinesen verkauft und Credit Suisse schätzt, dass sich die chinesischen Investitionen in australische Liegenschaften bis 2020 verdoppeln werden. [2] Ähnlich ist das Bild in den USA: Dort sind Käufer aus China, Taiwan und Hong Kong mittlerweile ebenfalls die grössten ausländischen Investoren. [2]

In China wurden letztes Jahr eine Million Menschen Dollar-Millionäre schätzt die Beratungsfirma Boston Consulting Group. [3] Diese suchen nun nach Anlagemöglichkeiten – oft im Ausland. Die Royal Bank of Scotland schätzt, dass in den sechs Monaten vor März 2015 300 Milliarden Dollar aus China abgeflossen sind. Soviel Geld verliess noch nie das Land. [4] Vor März dieses Jahres stiegen zudem die Aktienkurse in China noch. Als ein Grund für den Geldabfluss aus China gilt der Kampf gegen die Korruption. Weitere Gründe sind fallende Immobilienpreise und der relativ hohe Kurs des Yuan. Welche Auswirkungen der aktuelle Börsencrash auf den Geldabfluss haben hat, ist noch nicht bekannt. mic

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[1] CNBC, 03.07.2015: Why investors think Japan has some pretty hot property

[2] Sidney Morning Herald, 03.07.2015: First Sydney, now Tokyo: Chinese descend on Japan’s property market, pushing up prices

[3] Bloomberg, 16.06.2015: Asia-Pacific Wealth Overtakes Europe’s

[4] Bloomberg, 08.05.2015: The Hot Money Cools on China

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