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Buchhalter und ein Geheimpapier

Dänischer Vorschlag verursacht Temperatursturz

Der Tag beginnt hoffnungsfroh. Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA hat CO2 als gesundheitsgefährdendes Gas eingestuft. Dadurch kann die US-Regierung die amerikanischen CO2 Emissionen regulieren, selbst wenn das amerikanische Parlament kein eigentliches Klimagesetz verabschiedet. Manche hoffen nun, dass Obama nächste Woche mit einem verbesserten Angebot nach Dänemark kommt.

In Kopenhagen schlägt derweil die Stunde der Buchhalter. Sie haben nachgerechnet, was die vorliegenden Angebote wert sind. Mittlerweile liegen drei unabhängige Modellrechnungen vor. Und alle kommen zum gleichen Ergebnis: Das Ziel die Klimaerwärmung auf zwei Grad zu begrenzen wird noch nicht erreicht. Mit den aktuellen Angeboten wird sich das Klima um 3,8 Grad erwärmen, zeigt eine Modellrechnung von ClimateInteractive. Und auch die Klimawissenschaftler haben einmal mehr schlechte Nachrichten: Bis zum Ende des Jahrhunderts wird der Meeresspiegel um bis zu zwei Meter steigen. Das ist dreimal mehr der IPCC noch vor zwei Jahren berechnet hat.

Die höchsten Wellen schlägt aber nicht ein wissenschaftliches Paper sondern ein Geheimpapier der dänischen Regierung. Am späten Nachmittag publiziert die britische Tageszeitung The Guardian auf seiner Internetseite das Verhandlungsresultat wie es sich die Dänen vorstellen. Noch am Nachmittag hatte Connie Hedegaard, die dänische Klimaministerin, die Existenz des Papiers verneint. Der dänische Vorschlag für das Abschlussdokument sieht unter anderem die Abschaffung des Kyoto Protokolls vor. Der Vorsitzende der G77, der Gruppe der Entwicklungsländer, spricht denn auch von einer „sehr ernsten Entwicklung“. „Es ist sehr bedauerlich, dass der Mann, der mit der Führung des Verhandlungsprozesses betraut wurde (der dänische Premierminister), versagt und einzig den Vorteil der Industrieländer verfolgt.“ sagt Lumumba Di-Aping. „Wir werden kein Dokument unterschreiben, dass 80 Prozent der Menschheit dazu vedammt zu leiden.“ droht der Sudanese. Connie Hedegaard hat sich den zweiten Tag „ihrer“ Konferenz wohl anders vorgestellt. mic

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