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Das Onlineportal Wikipedia hat finanzielle Probleme

Die Internet-Enzyklopädie ist auf Spenden der Nutzer angewiesen

Wikipedia wird von einer Stiftung getragen, die sich ihrerseits über Spenden finanziert. Wegen des grossen Erfolgs des Online-Lexikons steigen aber die Kosten. Ohne weitere Spenden müssen wichtige Entwicklungsprojekte zurückgestellt werden.

34 442 Personen haben bereits für Wikipedia gespendet. Doch dies ist nicht genug, denn Wikipedia verursacht echte Kosten. Hinter der Internet-Enzyklopädie steckt eine Stiftung, die Wikimedia Foundation. Diese Stiftung hat für das kommende Jahr Ausgaben von 4,6 Mio. Dollar budgetiert. Davon sind bislang weniger als ein Viertel durch Spenden gedeckt. Das Unternehmen Wikipedia sei aber nicht bedroht, beruhigt Nando Stöcklin, Mediensprecher von Wikimedia CH, dem Schweizer Ableger der Wikimedia Foundation.

Mehr als die Hälfte der budgetierten Kosten (57%) entfallen auf die technische Infrastruktur, also Server und Datenleitungen ins Internet sowie die Weiterentwicklung der Wikipedia zugrundeliegenden Software. Wikipedia und die Seiten der verschiedenen Schwesterprojekte wie WikiQuote für Zitate oder die neue Wikiversity für Vorlesungsunterlagen werden jeden Monat sieben Milliarden Mal aufgerufen. Das geht ins Geld. Nächstes Jahr müssen 600 neue Server angeschafft werden. Die Wikimedia Foundation werde zunehmend professioneller, meint Nando Stöcklin. Für nächstes Jahr ist der Umzug der Stiftung aus Florida nach San Francisco ins Silicon Valley geplant.

Ausserdem soll das Personal aufgestockt werden. Zurzeit zählt die Wikimedia Foundation nur neun Mitarbeiter. Drei weitere werden gesucht, für Finanzen, Softwareentwicklung und die Koordination mit anderen Organisationen.

Finanziert wird Wikipedia bislang in erster Linie von Privatspendern. Unter den grösseren Spendern findet sich nur eine Stiftung, die Virgin Foundation von Richard Branson und nur wenige Technologieunternehmen wie Yahoo, das Wikipedia Server in Asien zur Verfügung stellt.

Mit Werbung könnte Wikipedia viele Millionen Dollar verdienen, meint Nando Stöcklin. Aber wird Wikipedia noch als unabhängiges und objektives Lexikon wahrgenommen, wenn auf den Seiten Werbebanner blinken?

Unter Wikipedianern werde das Thema «Werbung» heiss diskutiert, sagt Stöcklin. Derzeit wolle aber die Mehrheit der freiwilligen Wikipedia-Autoren, dass «ihr» Werk werbefrei bleibe. So bleiben als Option nur Privatspenden.

Für Spender aus der Schweiz bietet der Verein Wikimedia CH die Möglichkeit Spenden an die amerikanische Wikimedia Foundation weiterzuleiten. Dieser Weg bietet den Vorteil, dass die Spender ihren Beitrag steuermindernd geltend machen können, da Wikimedia CH in der Schweiz als gemeinnützig anerkannt ist.

Bleibt das Spendenergebnis wieder wie im vergangenen Jahr unter den Erwartungen, müssten wieder Projekte zurückgestellt werden, meint Nando Stöcklin. Vor allem die Weiterentwicklung der Software konnte dieses Jahr nicht wie geplant finanziert werden.

Dabei hat Jimmy Wales, der Gründer von Wikipedia, die Wikipedianer im vergangenen Jahr noch aufgefordert zu träumen: Er sammelte Vorschläge, was Wikipedia machen könnte, wenn die Wikimedia Foundation eine Spende über 100 Mio. Dollar bekäme.

Wikipedia solle mit diesem Geld das Copyright von Büchern, Fotos, Lehrmitteln und weiteren Projekten erwerben und diese anschliessend kostenlos vertreiben, schlugen die Benutzerinnen und Benutzer vor. Noch ist dies aber ein Traum. Erst müssen noch ein paar Server angeschafft werden. Dazu braucht es Geld, und dieses muss über Spenden eingenommen werden.  mic

Aus der Basler Zeitung vom 08.12.2007

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