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Kommentar: Jetzt muss es ganz, ganz schnell gehen

Die globalen CO2 Emissionen haben letztes Jahr wieder einen Rekordwert erreicht. Damit das Zwei-Grad-Ziel trotzdem noch erreicht werden kann, müssten die Emissionen pro Euro Wirtschaftsleistung nun um sechs Prozent pro Jahr fallen – ein fast unerreichbarer Wert. Trotzdem gibt es auch gute Nachrichten. Dank Fracking ist es den USA letztes Jahr gelungen die Emissionen pro BIP-Dollar um 5,9 Prozent zu senken. Das ist Weltrekord. Wegen des Smogs und zur Unterstützung der Solarindustrie investiert China massiv in den Kampf gegen den Klimawandel und bereitet die Einführung eines nationalen Emissionshandelssystems bis 2020 vor. Und Europa hat bereits heute sein Emissionsziel für das Jahr 2020 erreicht. Gleichzeitig sind Solaranlagen mittlerweile so billig, dass die Einspeisevergütung unter dem Strompreis liegt. Und die Kapitalmärkte realisieren langsam, dass sie auf einer CO2 Blase sitzen, was zu einer Reallokation des vorhandenen Kapitals führen sollte. Zudem gibt es noch immer viele „tiefhängende Früchte“ dank derer sich relativ schnell Emissionsreduktionen erzielen lassen. Dies gilt etwa für den Schutz der Regenwälder, die Abschaffung von Subventionen für fossile Energien, die Reduktion von Russ und von Emissionen einiger der kleineren Treibhausgase. Und selbst die UN-Klimaverhandlungen darf man auf der Habenseite verbuchen. Dort ist es endlich gelungen, den Gegensatz zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu überwinden. Und auch der Fahrplan bis 2015 steht. So veranstaltet UN-Chef Ban Ki-moon nächstes Jahr einen Weltklimagipfel, wo die Führer der Welt schlecht mit leeren Händen aufkreuzen können. Bei dieser Gelegenheit sollte Ban zudem den deutschen Alt-Bundespräsidenten Roman Herzog zitieren: Es ist an der Zeit, dass ein ‚Ruck‘ durch die Welt geht. mic

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