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Chinas Wohlstand ist der Elefanten Tod

Nachfrage nach Elfenbein und Wilderei von Elefanten sind stark gestiegen

Elfenbeinschnitzereien sind wunderschön und seit der Steinzeit bekannt. Doch das legale Elfenbeinangebot vermag die Nachfrage nicht zu befriedigen. Daher werden mittlerweile so viele Elefanten gewildert, dass das Überleben vieler Populationen gefährdet ist.

Derzeit ist das sechste Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten im Gang. Hauptgrund ist der Verlust an Lebensraum etwa durch die Rodung von Tropenwäldern. Für einige Tier- und Pflanzenarten ist aber auch die Jagd und der Handel eine Gefahr für den Bestand. Aus diesem Grund wurde vor 40 Jahren eine UN Konvention über den Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten geschaffen, die Cites. Zum Geburtstag dieser Konvention treffen sich deren Mitgliedsstaaten in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.

Besonders brisant ist derzeit die Situation der afrikanischen Elefanten. In den letzten fünf Jahren hat sich der Handel mit illegalem Elfenbein verdoppelt. Der gestiegene Wohlstand in China hat die Nachfrage befeuert. Doch was soll man dagegen tun? Ist es besser den Handel mit Elfenbein komplett zu verbieten oder ist es besser den Handel nur zu regulieren? Befürworter eines Verbots argumentieren, dass legaler Handel den illegalen Handel erleichtert. Befürworter eines regulierten Handels entgegnen, dass der Verkauf von Elfenbein Nationalparks in Afrika Einnahmen verschafft, die sie in den Schutz der Elefanten investieren können. Hinzu kommt, dass einige Länder ihre Elefanten erfolgreich schützen. Darf man nun diese Länder dafür bestrafen, dass in anderen Ländern der Schutz nicht funktioniert? Klar ist nur eins: Wilderei und Schmuggel von illegalem Elfenbein sind ein lukratives Geschäft, das von immer professioneller agierenden Verbrechersyndikaten kontrolliert wird. „Wir sehen uns mit schwer bewaffneten Milizen und organisierten Verbrecherbanden konfrontiert.“ sagt John Scanlon, der Cites Chef. „Dagegen etwas zu tun, geht über die Fähigkeiten des durchschnittlichen Wildhüters hinaus.“ [1]

Doch das geht auch über die Fähigkeiten von Cites hinaus: die Organisation hat ausser für ihr eigenes Sekretariat kein Geld. Die von Cites beschlossenen Handelsbeschränkungen werden von den Mitgliedsländern und Organisationen wie Interpol durchgesetzt. Das mag einer der Gründe dafür sein, warum es bei Cites die sonst für UN Organisationen typische Unterteilung in Industrie- und Entwicklungsländer nicht gibt. „Ich glaube es ist eine Stärke, dass Cites nicht in typischer UN Manier operiert. Die Länder stimmen frei über Anträge ab, ein bisschen wie bei einer Gewissensabstimmung in einem Parlament.“ erklärt Scanlon. [1] Daher kommt es auch zu sonst ungewöhnlichen Allianzen wie beim Antrag von Russland und den USA, den Handel mit Eisbärtrophäen zu verbieten. Obwohl die Gefahr für das Überleben des Eisbärs vom Klimawandel herrührt, glauben die Antragssteller, dass ein Handelsverbot hilfreich wäre. In einer vorbereitenden Kommission konnten sie sich damit aber nicht durchsetzen. Wegen der Inuit in Grönland lehnt Dänemark ein Verbot ab. Somit gab es keinen EU-internen Konsens und alle EU Staaten sowie Beitrittskandidat Kroatien enthielten sich der Stimme.

Bessere Aussichten auf Erfolg haben derweil die Anträge auf die Regulierung des Handels mit bestimmten Hölzern, etwa Rosenholz. „Vor einigen Jahren gab es noch Widerstand, kommerziell wertvolle Baumarten unter den Schutz von Cites zu stellen. Doch hier haben wir eine wesentliche Veränderung gesehen und die Herkunftsländer dieser Baumarten erkennen nun den Vorteil von Cites. Die Zahl der von Cites geschützten Baumarten hat sich so von rund 20 auf 350 erhöht.“ sagt Scanlon. [1] Gleiches kann aber von kommerziell wertvollen Fischarten nicht gesagt werden. Hier herrscht noch immer Streit, ob Cites der richtige Ort ist, um den Handel etwa mit Haifischflossen zu regulieren. Jährlich werden rund 100 Millionen Haie gefangen und viele Haifischpopulationen sind um 70 bis 90 Prozent zurückgegangen. Im Vorfeld der Abstimmungen über den Schutz von einer Manta- und fünf Haifischarten gab es einen erbitterten Streit über das Abstimmungsverfahren. Normalerweise sind Abstimmungen öffentlich. Doch auf Antrag von zehn Ländern erfolgt eine geheime Abstimmung. Diese Schwelle wollte die EU deutlich erhöhen. Doch sie konnte sich nicht durchsetzen. Ein Delegierter erwartet daher in der zweiten Konferenzwoche „fiese Debatten und Taktiken“ insbesondere bei der Frage ob Haifische geschützt werden sollen. Andere Delegierte bleiben trotzdem optimistisch: „2013 wird das Jahr der Haie.“ mic

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[1] Interview von Laurel Neme mit John Scanlon, Mongabay, 01.03.2013: Overview of the Cites 16th COP in Bangkok

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