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Burmas Militär geht gegen Holzmafia vor

Schlag gegen Holzfäller in Burmas Kachin Provinz

In der burmesischen Kachin Provinz herrscht Bürgerkrieg zwischen der burmesischen Armee und der Kachin Independence Army. Nun ist die burmesische Armee dort gegen illegalen Holzeinschlag vorgegangen.

Eigentlich hat Burma (auch bekannt als Myanmar) im April letzten Jahres den Export von Teakholz verboten. Doch das bedeutet nicht, dass der Raubbau an Burmas Teakwäldern aufgehört hat. Direkt nach Neujahr hat die burmesische Armee einen Schlag gegen illegale Holzfäller in der Provinz Kachin geführt, wie die burmesische Armeezeitung Myawaddi berichtet. [1] Dabei wurden 142 Personen festgenommen darunter 102 Ausländer „vor allem Chinesen“. Die Provinz Kachin liegt im äussersten Norden Burmas und grenzt an China.

Exportschlager: In den Jahren 2000 bis 2013 wurde burmesisches Holz im Wert von 5,7 Milliarden Dollar ins Ausland geschmuggelt, oft über die chinesische Grenze. (Foto: EIA)

Exportschlager: In den Jahren 2000 bis 2013 wurde burmesisches Holz im Wert von 5,7 Milliarden Dollar ins Ausland geschmuggelt, oft über die chinesische Grenze. (Foto: EIA)

Bei einigen der Verhafteten wurden Holzeinschlagskonzessionen der Kachin Independence Army KIA gefunden. Die Provinz Kachin ist etwa so gross wie Portugal und ist nach der dort lebenden Minderheit der Kachin (auch bekannt als Jingpo) benannt. Die Kachin fordern grössere Unabhängigkeit von der burmesischen Zentralregierung. Von 1961 bis 1994 herrschte daher Krieg zwischen der burmesischen Armee und der KIA. Anschliessend galt ein Friedensvertrag, der 16 Jahre hielt. Doch kurz nachdem der jetzige burmesische Präsident Thein Sein an die Macht gekommen ist, flammte der Konflikt wieder auf. Am 9. Juni 2011 griff die Armee KIA Positionen in der Nähe von Bhamo an der chinesischen Grenze an. [2] Seither hat es mehrere Runden von Waffenstillstandsverhandlungen gegeben, doch der Konflikt dauert an: „Die Regierung will uns unter ihre Kontrolle bringen.“, sagt Zawng Hra, der Chef der Kachin Independence Organisation KIO gegenüber Asia Times. Die KIO ist der politische Arm der KIA und stellt die inoffizielle Regierung von Kachin. „Unser Ziel und das Ziel aller anderen Minderheiten in Burma sind aber Verhandlungen, um unsere Rechte zu bekommen.“ [2]

Der Konflikt der vielen burmesischen Minderheiten mit der Zentralregierung geht auf das Panglong Abkommen aus dem Jahr 1947 zurück. Damals vereinbarte der damalige de facto Premierminister Aung San mit den Minderheiten, dass diese „volle Autonomie in der Verwaltung der Grenzgebiete“ erhalten. Doch kurz darauf wurde der burmesische Freiheitsheld Aung San ermordet. (Aung San ist der Vater der heutigen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.) Spätestens nach dem Militärputsch im Jahr 1962 wurde das Panglong Abkommen dann zu Makulatur. Seither wurde Burma von Generälen regiert, die gegen die Minderheiten Krieg führten.

Ein Verlierer dieses langen Bürgerkrieges ist der Wald. Sowohl die verschiedenen Rebellenarmeen als auch die offizielle burmesische Armee finanzierten sich durch den Verkauf von Holz. Allein in der Periode 2000 bis 2013 wurden 22,8 Millionen Kubikmeter Holz ins Ausland verkauft, schätzt die Umweltorganisation Environmental Investigation Agency EIA in einem Bericht vom März 2014. [3] Davon wurden drei Viertel illegal exportiert. Allein das geschmuggelte Holz hat einen Marktwert von 5,7 Milliarden Dollar. „Dies zeigt ein chronisches Niveau von unerlaubtem Holzeinschlag und Holzschmuggel in Burma.“, schreibt die EIA. Dem widerspricht der Vizedirektor der Waldabteilung im burmesischen Umweltministerium Nye Nye Kyaw: „Die Regierung betreibt immer offiziellen und legalen Holzhandel. Wir haben Belege.“ [4] Doch diese burmesischen Exportbelege decken sich nicht mit den Importbelegen von Burmas Nachbarländern, China, Thailand, Indien und Bangladesch wie EIA herausgefunden hat. Zwischen den Zollstationen Burmas und seiner Nachbarländer scheint folglich eine wundersame Holzvermehrung stattzufinden. Gleichzeitig findet schwindet in Burma der Wald: Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO schätzt, dass Burma in den letzten 25 Jahren rund ein Fünftel seiner Wälder verloren hat. [5]  mic

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[1] Bangkok Post, 06.01.2015: 100 arrested for illegal Myanmar logging

[2] Asia Times, 18.12.2012: more war than peace in Myanmar

[3] Environmental Investigation Agency, 28.03.2014: Ending corruption & cronyism is vital for Myanmar’s forests

[4] The Irrawaddy, 26.03.2014: $5.7Bln in Timber Smuggled Out of Burma, Illegal Logging Rampant: Report

[5] Food and Agriculture Organization: Forest area statistics – Myanmar

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