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Die Positionen der fünf grössten CO2 Emittenten

Nationale Interessen bestimmen die Verhandlungsstrategien

Die EU und vier weitere Länder sind für knapp zwei Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel und die Positionen in den Klimaverhandlungen dieser fünf Akteure sind aber sehr unterschiedlich.

  • China
    China hat mittlerweile die grössten CO2 Emissionen aller Länder. Pro-Kopf entsprechen die Emissionen von knapp unter vier Tonnen, aber dem weltweiten Durchschnitt. In China gilt ein nationaler Plan zur Reduktion von Treibhausgasen, der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Das Ziel ist die Energieintensität der Wirtschaft um 20 Prozent bis 2010 zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien auf 16 Prozent bis 2020 zu steigern. Ausserdem beinhaltet das chinesische Konjunkturpaket gegen die Wirtschaftskrise massive Investitionen in klimafreundliche Infrastrukturen.
    In den Kyoto Verhandlungen fordert China von den Industrieländern eine Reduktion ihrer Emissionen von 40 Prozent bis 2020. Ausserdem verlangt Peking, dass die reichen Länder 0,5 bis 1 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts in einen Fonds einzahlen, aus dem Anpassungsmassnahmen in Entwicklungsländern finanziert werden.
    Im Gegenzug bieten die Chinesen an, ihre Emissionen ab 2040 zu senken. Verbindliche Emissionsvorgaben lehnen sie derzeit offiziell noch ab, haben aber bereits signalisert, dass sie Energieeffizienzvorgaben eventuel zustimmen würden.
  • USA
    Die USA sind der weltweit zweitgrösste Emittent von Treibhausgasen und haben mit 20 Tonnen CO2 deutlich höhere Pro-Kopf Emissionen als Europäer und Japaner. Nach Jahren der Inaktivität unter Präsident Bush, reklamiert die neue US-Regierung die Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel für sich. Derzeit wird im US-Parlament eine Gesetzentwurf diskutiert, der ein Emissionshandelssystem wie in Europa schaffen würde.
    In den Verhandlungen bieten die USA derzeit eine Reduktion ihrer Emissionen um 4 Prozent im Vergleich zu 1990. Dafür verlangen sie von den Entwicklungsländern, insbesondere China und Indien, das diese ihre Emissionen ab 2020 ebenfalls reduzieren.
  • EU
    Nach den USA und China ist die EU der drittgrösste Emittent von CO2. Die Pro-Kopf Emissionen sind mit knapp über acht Tonnen weltweit gesehen hoch, aber deutlich niedriger als in den USA. Während der achtjährigen Bush-Regentschaft hatten die Europäer die Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel inne. Sie haben als erste ein Emissionshandelssystem eingeführt. Unabhängig von den Verhandlungen wollen die Europäer ausserdem ihre Emissionen bis 2020 um 20 Prozent reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent erhöhen.
    In den Klimaverhandlungen bieten die Europäer eine Reduktion ihrer Emissionen um 30 Prozent bis 2020 an, falls die anderen Industrieländer mitziehen und ihre Emissionen ebenfalls um 30 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Und die Entwicklungsländer sollen sich dazu verpflichten das Wachstum ihrer Emissionen zu begrenzen, sodass sie um 15 bis 30 Prozent unter dem Business-As-Usual Szenario liegen, das von einem ungebremsten Anstieg der Treibhausgasemissionen ausgeht.
  • Russland
    Russland ist der viertgrösste Treibhausgasemittent der Erde und verzeichnet Pro-Kopf Emissionen von kanpp 14 Tonnen CO2. Im Gegensatz zu Indien und China hat Russland aber noch kein nationales Programm zur Reduktion von Treibhausgasemissionen publiziert. Bislang versprach sich Russland von einer Klimaerwärmung sogar eher Vorteile. Doch in den letzte Wochen scheint ein Umdenken eingesetzt zu haben und die Herrscher im Kreml haben eine neue „Doktrin“ zum Umgang mit dem Klimawandel verabschiedet. Ob diese aber eine Reduktion der Treibhausgasemissionen vorsieht ist nicht bekannt.
    Das klimapolitische Engagement Moskaus war bis anhin denn auch bescheiden. Russland lehnt eine Reduktion seiner Emissionen ab und hat auch keine Forderungen gegenüber anderen Ländern. Solange es von einem Klimaabkommen wirtschaftlich profitiert, dürfte Russland aber dennoch zustimmen.
  • Indien
    Indien liegt auf dem fünften Platz der weltgrössten Treibhausgasemittenten. Die Pro-Kopf Emissionen sind mit 1,2 Tonnen CO2 allerding noch sehr niedrig. Wie China hat auch Indien einen nationales Programm zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und die Verbesserung der Energieerzeugung und –effizienz. Dieser Plan beinhaltet aber keine quantitativen Ziele.
    In den Klimaverhandlungen lehnt Indien, ähnlich wie China, verbindliche Emissionsvorgaben derzeit noch ab und verlangt massive finanzielle Unterstützung von den reichen Ländern für Anpassungsmassnahmen.mic

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