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Klimakonferenz koppelt sich von Teil der Wirklichkeit ab

Die Menschen wollen mehr Klimaschutz aber verhandelt wird über bessere Regeln

Das Jahr 2019 eignet sich schlecht für eine Klimakonferenz, in der es primär um technische Details geht. Doch die stehen nun mal auf der Agenda. Dieses Dilemma wird in Madrid zunehmend zu einem Problem.

Wo die Verhandlungen bei der Klimakonferenz in Madrid stehen, wissen nur wenige Minister. Diese versuchen bei ihren Kollegen auszuloten, ob und wo Raum für Kompromisse besteht. Drei Teams aus je zwei Ministern versuchen so, die Verhandlungen über die Kohlenstoffmärkte, über Schäden und Verluste und über die Klimaziele noch zu retten. Ob das gelingt, ist unklar. In Madrids Messehallen hört man mittlerweile das Wort „Kopenhagen“. Dort scheiterte vor genau zehn Jahren eine Klimakonferenz spektakulär. Ein Delegierter meinte, vielleicht „brauche der Verhandlungsprozess einen Fehlschlag, um alle wieder zu motivieren, es besser zu machen“.

Völlig losgelöst. Die Aussicht aus dem Raumschiff Klimakonferenz zeigt einen ungewöhnlich blauen Planeten. (Foto: Kiara Worth / IISD)

Im Gegensatz dazu signalisierten viele Länder ihre Entschlossenheit beim Kampf gegen die Klimakrise. Die langfristig wohl wichtigste Ankündigung erfolgte allerdings nicht in Madrid sondern in Brüssel. Dort stellte die neue Chefin der EU-Kommission Ursula von der Leyen Europas „New Deal“ vor. Dieser wurde von vielen Umwelt- und Wirtschaftsverbänden begrüßt. Martin Porter von der European Corporate Leaders Group sagte etwa: „Dieser weitreichende Plan kann als Europas neue Wachstumsstrategie dienen.“ Noch ist der New Deal aber nur ein Plan der EU-Kommission. Inwiefern auch die EU-Länder dahinter stehen, könnte sich allerdings schon morgen zeigen. Dann soll bei einem EU-Gipfel Klimaneutralität bis 2050 beschlossen werden – ein Bestandteil des Plans.

In Madrid verkündeten derweil diverse Länderallianzen den Beitritt weiterer Staaten. Den Anfang machte die Carbon Neutrality Coalition, deren Mitglieder bis 2050 klimaneutral werden wollen. Die Ländergruppe kommt dank fünf neuen nun auf 29 Mitglieder inklusive Deutschland. Neu hinzugekommen sind: Fidschi, Irland, Monaco, die Schweiz und Südkorea. Bei deren Vorstellung stellte Laurence Tubiana, die „Architektin“ des Paris Abkommens und heutige Chefin der European Climate Foundation, aber auch klar, dass es nicht nur um das Ziel für das Jahr 2050 gehen kann: „Es geht nicht nur um ein langfristiges Ziel, es geht auch um kurzfristiges Handeln.“ Dazu verpflichten sich die Mitglieder der Climate Ambition Alliance, die nächstes Jahr ein neues Klimaziel für das Jahr 2030 verabschieden wollen. Mittlerweile gehören 73 Länder inklusive der EU zu diesem Club, acht mehr als noch im September.

Gar von „exponentiellem Wachstum“ sprach derweil eine Initiative der Wirtschaft. We Mean Business vermeldete, dass sich jetzt 177 Unternehmen dazu verpflichten, ihre Klimastrategie am 1,5-Grad-Ziel des Paris Abkommens auszurichten. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch im September. Die direkten Emissionen dieser Firmen entsprechen denen Frankreichs. Käufer für deren Aktien gibt es auch: Eine Gruppe institutioneller Investoren, die Net Zero Asset Owner Alliance, strebt für das Jahr 2050 klimaneutrale Anlageportfolios an. Diese Investoren verwalten 4000 Milliarden Dollar. Das entspricht knapp einem Viertel der EU-Wirtschaftsleistung. Aus der Wirtschaft kam zudem eine klare Ansage an die Politik: Die „letzte Gelegenheit auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen“ komme schnell näher, sagte Lise Kingo, vom UN Global Compact. Daher müssten Firmen „Aktivisten für die Zukunft“ sein und die Wirtschaftsführer sollten ihre Regierungen „herausfordern, mit den Klimazielen der Wirtschaft gleichzuziehen“.

In den Klimaverhandlungen haben die angesprochenen Regierungen allerdings noch Mühe, den Forderungen der Aktivisten in den Teppichetagen der Wirtschaft und bei den Freitagsdemonstrationen auf der Straße gerecht zu werden. Alden Meyer vom Wissenschaftlerverband Union of Concerned Scientists sagte in Madrid: „Ich bin seit 1991 an diesen Verhandlungen. Noch nie habe ich die beinahe totale Entkoppelung gesehen zwischen dem, was die Wissenschaft und die Menschen verlangen, und dem, was die Verhandlungen liefern.“ Bemerkbar macht sich dies, mittlerweile aber auch innerhalb der Madrider Messehallen: Am Mittwoch kam es dort zu einer unangemeldeten Demonstration von Jugendlichen. mic

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Viel Arbeit für die Minister

Klimadiplomaten konnten in vielen Punkten keine Einigung erzielen

Seit Dienstag wird bei der Klimakonferenz in Madrid auf Ministerebene verhandelt. Doch dafür sind eigentlich noch zu viele Fragen ungelöst.

China mag keine Tabellen. Das klingt skurril, hat aber ernsthaft Auswirkungen auf den Kampf gegen die Klimakrise. Eigentlich wurden bei der Klimakonferenz letztes Jahr in Katowice fast alle Kapitel der Bedienungsanleitung für das Paris Abkommen verabschiedet. Doch einige Details sollte die diesjährige Konferenz in Madrid nachreichen. Dazu gehören die Tabellen, mit denen die Länder berichten sollen, um wieviel sie die verschiedenen Treibhausgase in den verschiedenen Sektoren gesenkt haben. „Die Regeln zur Transparenz sind die Kronjuwelen des Paris Abkommens“, sagt Franz Perrez, der Leiter der Schweizer Delegation. Denn während die Klimapläne von den Ländern in Eigenregie entwickelt werden, gelten die Transparenzregeln für alle gleich.

Doch beim Beschluss zu den Berichtstabellen gelang keine Einigung. Eine bemerkenswerte Koalition aus den USA, der EU, der Schweiz, den Inselstaaten, den ärmsten Ländern, den fortschrittlichen, lateinamerikanischen Ländern sowie Kanada, Australien, Japan und Norwegen wollte die Verhandlungen daher fortsetzen. Doch ein Land wollte nicht. „Am Schluss war China allein“, berichtet Perrez von der Nachtsitzung. Und dabei blieb’s. Die Tabellen werden nun frühestens bei der Klimakonferenz nächstes Jahr in Glasgow verabschiedet. Das bleibt nicht ohne Folgen: Wie immer bei Klimakonferenzen hängt auch in Madrid Alles mit Allem zusammen. „Ich fürchte, dass das Konsequenzen für andere Themen haben wird“, sagt Perrez. „Es könnte zu einem Domino-Effekt kommen, bei dem man nicht weiss, wann er stoppt.“ Die große Frage sei, ob schließlich auch die Verhandlungen über die Kohlenstoffmärkte in Mitleidenschaft gezogen würden, dem wichtigsten Thema in Madrid.

Krisenmodus. Wenn nichts mehr geht, gibt’s einen “huddle”. Das Tabellenproblem konnte aber auch hier nicht gelöst werden. (Foto: Kiara Worth / IISD)

Die Tabellen sind allerdings nicht das einzige Thema, das die Klimadiplomaten nicht zu lösen vermochten und an die Minister weitergegeben haben, die seit heute (Dienstag) in Madrid sind. Bei 20 von insgesamt 35 Agendapunkten gelang keine Einigung. Dazu gehören die Fragen, ob Klimapläne für fünf oder zehn Jahre gelten sollen, was mit Kerosin und Schiffsdiesel passiert, wie man die Klimawirkung von Methan in CO2 umrechnet und ob die Menschenrechte erwähnt werden sollen. Paul Watkinson, der Vorsitzende von einem der Verhandlungsstränge, sagte zum Abschluss der Verhandlungen um halb drei Uhr morgens: „Ich bin mehr enttäuscht, als in anderen Sitzungen, denen ich vorgesessen habe.“ Auch Perrez zeigte sich unzufrieden: „Gestern war ein schlechter Tag.“

Dass die kommenden Tage besser werden, ist zudem nicht ausgemacht. Insbesondere Brasilien und Saudi Arabien wollen darüber reden, was die Industriestaaten beim Klimaschutz vor dem Jahr 2020 gemacht haben. Obwohl nur noch 20 Tage bleiben, verlangen die beiden Länder, ein „Arbeitsprogramm“, um diese Frage gründlich zu klären. Dieses Programm, „das uns für die nächsten paar Jahre beschäftigen könnte“, ist wiederum Voraussetzung für die Zustimmung in einem anderen Punkt: Die meisten Länder wollen in der abschließenden Entscheidung der Klimakonferenz festhalten, dass die Länder nächstes Jahr ehrgeizigere Klimaziele vorlegen müssen. Das steht zwar schon im Paris Abkommen, soll aber so nochmal bekräftigt werden. Letztlich ist aber auch das nur ein Dominostein. mic

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Deutschland wird Rückversicherung

Für Naturkatastrophen wegen des Klimawandels wird neuer Fonds geschaffen

Das wird den Finanzminister freuen: Dank der deutschen Beteiligung an einer Rückversicherung winken in Zukunft Gewinne. Das Ziel ist allerdings ein anderes. Klimarisiken sollen von armen Ländern auf Versicherungskonzerne übertragen werden.

In Entwicklungsländern sind weniger als fünf Prozent der Menschen gegen Naturkatastrophen versichert. Das deutsche Entwicklungsministerium will das ändern und kündigte gestern an der Klimakonferenz in Madrid „den Beginn eines Risikotransfers in großem Stil“ an – „von Entwicklungsländern zu den internationalen Rückversicherungsmärkten“. Dazu beteiligt sich Deutschland mit 25 Millionen Euro am Natural Disaster Fund (NDF). Dieser wurde letztes Jahr von Großbritannien ins Leben gerufen und ebenfalls mit 25 Millionen alimentiert. Außerdem beteiligt sich neu auch der Versicherungskonzern Hannover Re mit 50 Millionen Euro.

Glück im Unglück. Der Inselstaat Vanuatu hatte eine Versicherung als der Wirbelsturm Pam im Jahr 2015 für die grösste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes sorgte. (Foto: Silke von Brockhausen / UNDP)

Der Fonds funktioniert wie eine normale Rückversicherung bei der sich Versicherungen aber auch Regierungen oder humanitäre Organisationen gegen Naturkatastrophen versichern können. Neu ist allerdings, dass die Versicherungsnehmer keine konkreten Schadensfälle nachweisen müssen. Es reichen zum Beispiel meteorologische Daten, die zeigen, dass eine Insel von einem Wirbelsturm getroffen wurde. Anschließend schüttet die Versicherung sofort Geld an deren Bewohner oder an eine Hilfsorganisation aus. Es handelt sich daher um eine „Parametrische Wetterversicherung“. Die neue Initiative ist Teil des Insuresilience Programms der G20-Staaten, mit dem bis zum Jahr 2025 insgesamt 500 Millionen Menschen gegen Naturkatastrophen versichert werden sollen.

Mit der Beteiligung am NDF wird Deutschland ein gewinnstrebiges Rückversicherungsunternehmen, denn die Versicherungsnehmer müssen natürlich eine Prämie bezahlen. Henning Ludolphs von der Hannover Re sagt: „Die (auf Wahrscheinlichkeiten basierende) Erwartung ist, dass über die Zeit und über all diese Projekte die Summe aller Prämien höher ist als die Summe aller Schäden.“ Und wenn für die Hannover Re ein Gewinn anfällt, dann auch für Deutschland, denn alle NDF-Teilhaber „sind ‚im gleichen Boot‘“. Die zu bezahlenden Prämien werden eine „eine große Bandbreite von vielleicht zwei bis 15 Prozent“ der maximal versicherten Schadenssumme haben, schätzt Ludolphs. Wie bei jeder anderen Versicherung gelte auch beim NDF: „Je höher das Risiko desto höher die Prämie.“

Die Reaktion der Umweltorganisationen auf die deutsche NDF-Beteiligung ist zweigeteilt. Sabine Minninger vom Hilfswerk Brot für die Welt sagt: “Wir begrüßen die Ankündigung der Bundesregierung, Klimarisiken in armen Ländern finanziell abzufedern. Gerecht wäre es aber eigentlich, wenn die Industriestaaten die Prämien komplett übernehmen würden. Sie haben die Klimakrise zum allergrößten Teil verursacht.“ Harjeet Singh von der Hilfsorganisation Actionaid kritisiert hingegen das NDF-Modell: „Warum können Deutschland und die anderen Industriestaaten ihre Faszination mit Versicherungslösungen nicht überwinden? Versicherungen helfen nicht gegen den steigenden Meeresspiegel.“ Singh stößt sich auch am privatwirtschaftlichen Ansatz: „Damit hilft man einfach Versicherungskonzernen beim Markteintritt in Entwicklungsländern.“

Einig sind sich Minninger und Singh hingegen in einem anderen Punkt. Die Entwicklungsländer fordern in Madrid, dass ein Fonds geschaffen wird, der für Verluste und Schäden in Folge des Klimawandels aufkommt. Dies wollen insbesondere Australien und die USA aber auch die meisten anderen Industriestaaten verhindern. Singh bezeichnet den NDF daher als „Ablenkungsmanöver“ und Minninger fordert: Der NDF „verleiht Deutschland eine Vorreiterrolle. Die Bundesregierung sollte diese Chance nutzen und die anderen Industriestaaten motivieren, auf die Forderung der Entwicklungsländer einzugehen“. mic

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Brasilien will Geld

Noch selten ist ein Land derart unverfroren an einer Klimakonferenz aufgetreten

Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen in Madrid ist nicht sicher – obwohl es nur um wenige Themen geht. Denn dadurch bleibt auch mehr Zeit für taktische Spielchen.

„Brasilien ist ein Vorbild für die Welt des Umweltschutzes“, sagte der brasilianische Umweltminister Ricardo Salles vor seiner Abreise zur UN-Klimakonferenz in Madrid. Aus dieser Selbsteinschätzung leitete Salles dann eine sehr konkrete Forderung ab: „Zumindest stehen uns jährlich etwa zehn Milliarden US-Dollar zu.“ Um sicherzustellen, dass das Geld auch kommt, verbringt Salles die vollen zwei Wochen der Konferenz in Madrid. Die zehn Milliarden sind aus Salles‘ Sicht Brasiliens Anteil an den 100 Milliarden Dollar, die die Industriestaaten ab nächstem Jahr zugunsten der Entwicklungsländer „mobilisieren“ wollen. Dabei handelt es sich allerdings nur zum Teil um staatliche Mittel. Ein großer Teil der Summe soll von privaten Investoren kommen, die selbständig entscheiden, wo sie investieren wollen. „Die Verhandlungen sind von einem dünnen Schicht Zynismus bedeckt“, sagt Sam van den Plas von der Umweltorganisation Carbon Market Watch.

Fundamentalopposition. In Madrid geht es darum, einen CO2-Markt zu schaffen, der den Klimaschutz voranbringt. Manche sind aber grundsätzlich gegen Märkte. (Foto: Kiara Worth / IISD)

Damit aber nicht genug: Brasilien will im neu zu schaffenden Markt für CO2-Kompensationen die Möglichkeit haben Zertifikate zu verkaufen und die gleichen Emissionsminderungen dann auf sein Klimaziel anrechnen. Damit würde jede eingesparte Tonne CO2 doppelt gezählt. Bei dieser Forderung erhält das Land die Unterstützung von Saudi Arabien. Außerdem will Brasilien alte Zertifikate aus einem Mechanismus (CDM) des Kyoto Protokolls in den neuen Markt hinüberretten. Diese Papiere sind zurzeit nahezu wertlos, dafür gibt es viele davon: Zertifikate im Gegenwert von vier Milliarden Tonnen CO2, rund zehn Prozent der globalen Emissionen. Hier hat das Land die Unterstützung von China und Indien, die ebenfalls über Große Mengen dieser Ramschpapiere verfügen. Die eine oder andere Forderung dürfte Brasilien nur aus verhandlungstaktischen Gründen aufstellen. Nur welche? „Es ist noch unklar, welche Ziele Brasilien genau verfolgt“, sagt Franz Perrez, der Leiter der Schweizer Delegation.

Verflogen ist auch die anfängliche Begeisterung über die Ankündigung der neuen Chefin der EU-Kommission Ursula von der Leyen, Europa bis zum Jahr 2050 „zum ersten klimaneutralen Kontinent“ zu machen. Ein Entwurf für den „European Green Deal“ zeigt, dass die EU wohl erst im Oktober über ihr neues Ziel für das Jahr 2030 entscheiden wird. Das ist zu spät für den EU-China-Gipfel der im September 2020 in Leipzig stattfinden wird. Dort sollten eigentlich die EU und China neue Klimapläne ankündigen. Doch wenn die EU kein neues Ziel hat, wird China kaum in Vorlage gehen. „Diese Gelegenheit wird verschwendet ohne ein neues EU-Klimaziel“, sagt Li Shuo von der Umweltorganisation Greenpeace China. Dabei sei der Gipfel besonders wichtig: „Das ist keine EU-interne Angelegenheit sondern von globaler Bedeutung.“ Das müsste eigentlich Musik in den Ohren von der Leyens sein, die eine „geopolitische Kommission“ angekündigt hat. Dieser Anspruch setzt allerdings voraus, dass die EU auch Gelegenheiten nutzt, wenn sie sich bieten.

Mehr Klimaschutz, in Europa, China und dem Rest der Welt, entscheidet schließlich darüber, wie groß die Schäden und Verluste durch Naturkatastrophen in Zukunft sein werden. Hier fordern die Entwicklungsländer, dass ein spezifischer Fond geschaffen wird, der für diese Kosten aufkommt. Das lehnen insbesondere die USA, Australien aber auch Russland ab. Eine Einigung ist daher schwierig. Ob das Rückwirkungen auf die anderen Verhandlungsthemen haben wird, lässt sich aber noch nicht abschätzen. Das Thema Verluste und Schäden sei „sehr emotional“, sagt ein europäischer Delegierter und Prognosen seien daher schwierig. mic

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Manche Firmen wollen Paris Abkommen in Eigenregie umsetzen

Klimavorreiter der Wirtschaft fordern mehr Regulierung, um ihre Klimaziele zu erreichen

Ehrgeizige Klimapolitik schade der Wirtschaft, glauben viele Politiker. Doch aus Sicht vieler Firmen trifft das Gegenteil zu. Diese sehen sich in der Pflicht, die Pariser Klimaziele zu erfüllen und fordern dabei Unterstützung in Form strikter Klimaschutzauflagen.

Das Paris Abkommen verpflichtet Staaten dazu, sich Klimaziele zu setzen. Ob diese Ziele gemäß dem Wissensstand der Klimawissenschaften ausreichen, um die Erwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ oder sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen, wird allerdings nicht offiziell geprüft. Anders ist das bei Firmen, die sich der Initiative für „Wissenschaftsbasierte Ziele“ (SBT von englisch „Science Based Targets“) anschließen. Diese prüft, ob die Unternehmensziele den Zielen des Paris Abkommens genügen. Dabei kann es zu Überraschungen kommen, wie Holly Emerson vom US-Konglomerat Ingersoll Rand berichtet: „Wir waren überrascht und besorgt, als wir gemerkt haben, dass unsere alten Ziele völlig unzureichend waren. Erst herrschte Ungläubigkeit, dann Akzeptanz und schließlich Entschlossenheit die nötigen Emissionsminderungen zu liefern.“ [1]

Senke. Bei der Zementproduktion wird sehr viel CO2 freigesetzt. Beim Betonrecycling kann ein Teil davon aber wieder im Altbeton gebunden werden. (Foto. HeidelbergCement)

Mittlerweile haben sich 714 Firmen weltweit wissenschaftsbasierte Ziele gesetzt und die Ziele von 285 Firmen wurden als ausreichend zertifiziert. Die direkten Emissionen (Scope 1) und indirekten Emissionen aus dem Energieverbrauch (Scope 2) dieser Unternehmen liegen bei 752 Millionen Tonnen pro Jahr. Das ist mehr als die Emissionen von Frankreich und Spanien zusammen. Wirkung erzielen Firmen aber insbesondere, wenn sie auch die Emissionen miteinbeziehen, die bei ihren Lieferanten und bei der Verwendung ihrer Produkte entstehen (Scope 3). Hier kommen die SBT-zertifizierten Unternehmen auf 3,9 Milliarden Tonnen CO2. Das entspricht rund 90 Prozent der EU-Emissionen. Die Reduktion der Scope 3 Emissionen ist schwierig, birgt aber auch das größte Potential, weil dadurch einen „Klimaschutz-Kaskade“ in Gang kommt. Ron van der Akker vom niederländischen Konglomerat DSM sagt: „Unsere Lieferanten müssen mit ihren Lieferanten reden und die müssen mit ihren Lieferanten reden und so weiter.“ [2]

Es geht aber nicht nur um die Lieferketten sondern auch um die Politik. Diese schrecke oft vor ehrgeizigen Maßnahmen zum Klimaschutz zurück, aus Angst der Wirtschaft zu schaden, sagt Claus Stig Pedersen vom dänischen Biotechkonzern Novozyms. „Die armen Politiker müssen wissen, dass die Firmen bereit sind.“ Gleichzeitig haben die SBT-Unternehmen aber auch klare Forderungen an die Regierungen. „Keiner von uns kann das Paris Abkommen einhalten ohne signifikante Änderungen der Regierungspolitik“, sagt Jeff Turner von DSM. „Das beginnt mit einem aussagekräftigen CO2-Preis.“ [1] Dann kommt sauberer Strom. „Die Politiker müssen handeln“, sagt Henrik Sundström vom schwedischen Küchengerätehersteller Electrolux. „Letztlich hängen wir von einem CO2-freiem Stromnetz ab.“ [1] Es gibt aber auch branchenspezifische Regulierungswünsche. Beim Recycling von Beton besteht die Möglichkeit den Altbeton mit CO2 anzureichern (recarbonation). Peter Lukas vom deutschen Zementhersteller Heidelbergcement fordert: „Es sollte eine Vorschrift geben, dass rezyklierter Beton mit CO2 angereichert werden muss, bevor er in Neubauten genutzt werden kann.“ [1]

In den meisten Branchen sind die SBT-Firmen noch eine Minderheit. Damit das nicht so bleibt, gibt es verschiedene Ansatzpunkte. In Japan fördert die Regierung die SBT-Zertifizierung von Firmen. Weltweit haben aber institutionelle Investoren am ehesten die Möglichkeit, Firmen zur Teilnahme an SBT zu bewegen. Thomas Liesch vom deutschen Versicherungskonzern Allianz erklärt das Vorgehen so: „Als Investoren müssen wir sagen: ‚Liebe Firma, wenn du das Geld unserer Kunden willst, dann musst du uns zeigen, dass du auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet bist.‘“ [1] Ehrgeizige Klimaziele können zudem die Kapitalkosten senken. Der italienische Energiekonzern Enel und der finnische Telekommunikationskonzern Nokia haben Anleihen herausgegeben, deren Verzinsung von der Erreichung von Klimazielen abhängt. [2] [3] Werden die Ziele nicht erreicht, steigt der Zins.

Ein solcher Mechanismus existiert für Staaten leider nicht. Diese können sich erst ungenügende Ziele setzen und diese dann auch noch verpassen wie etwa Deutschland. Auch hinsichtlich Bescheidenheit könnten manche Politiker von der Wirtschaft lernen: „Wir sind keine Helden“, sagt Turner von DSM. [1] „Wir leisten einfach unseren fairen Beitrag. Jeder sollte das tun.“ mic

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[1] SBTi, 05.12.2019: Raising the Bar – Exploring the Science Based Targets initiative’s progress in driving ambitious climate action (PDF)

[2] BNP Paribas, 06.09.2019: Italian Energy Comapy Issues Groundbreaking SDG-Linked Bond

[3] Nokia, 19.06.2019: Nokia signs revolving credit facility with its pricing mechanism linked to the company’s sustainability targets

Die vier wichtigsten Berichte und Studien zur Klimakrise

Noch hat die Menschheit die Wahl zwischen zwei Arten fundamentaler Veränderungen

Die Wissenschaftler verstehen das Klima immer besser, während die vielen Studien und Berichte für Laien oft verwirrend sind. Es gibt allerdings vier Publikationen, die bei der Orientierung helfen.

Nicht nur der Meeresspiegel steigt in Folge der Klimaüberhitzung sondern auch die Zahl der wissenschaftlichen Studien und Klimaberichte. Damit wird das Verständnis für die Ursachen, Folgen und möglichen Lösungen der Klimakrise immer detaillierter. Gleichzeitig wird es aber auch immer schwieriger, den Überblick zu behalten und die Dramatik oder Nicht-Dramatik des Klimaproblems richtig einzuschätzen. Besteht wirklich Grund zur „Panik“, wie Greta Thunberg sagt, oder hat die Welt das Problem dank des Paris Abkommens nicht einigermaßen im Griff? Reicht es, die Erwärmung bei zwei Grad zu stoppen, oder muss sie wirklich auf 1,5 Grad begrenzt werden? Und schließlich: Wie hängen eigentlich das Klima, die Artenvielfalt, die Pole und Meere miteinander zusammen? Diese Fragen angesichts der vielen Publikationen zu beantworten, ist nicht einfach. Doch es gibt ein paar Leuchttürme, die die Orientierung erleichtern.

Volltreffer. Das Gandhi-Zitat am indischen Pavillon trifft 1 zu 1 auf die Klimakrise im Jahr 2019 zu. (Foto: Kiara Worth / IISD)

Der wichtigste ist der Sonderbericht zum 1,5 Grad Ziel des Paris Abkommens vom Weltklimarat (IPCC). [1] In Paris war es den Inselstaaten überraschend gelungen, den anderen Ländern das Versprechen abzuringen, „Anstrengungen zu unternehmen, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen“ statt nur auf zwei Grad. Was das genau bedeutet, war aber unklar, da sich die Klimaforscher davor immer auf das Zwei-Grad-Ziel konzentriert hatten. Daher wurde der IPCC beauftragt, den Wissensstand zu diesem 0,5-Grad-Unterschied zusammenzutragen. Die Ergebnisse waren bemerkenswert. Ein Beispiel: Bei 1,5 Grad Erwärmung verliert die Welt 70 Prozent aller Korallenriffe, die Kinderstube vieler Fischarten, und bei zwei Grad mehr als 99 Prozent. Gleichzeitig zeigte der Bericht, dass das 1,5-Grad-Ziel noch erreicht werden kann. Dazu müssen die globalen Emissionen bis zum Jahr 2030 um 45 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 sinken und im Jahr 2050 bei Netto-Null liegen. Mit dem Erscheinen des Berichts im Oktober 2018 veränderte sich daher die Wahrnehmung der Klimakrise grundlegend: Vielen Menschen wurde nun bewusst, wie dringlich und bedrohlich die Klimakrise mittlerweile ist. Klimaneutralität bis 2050 gilt seither weltweit als Mindestanforderung an die Klimapolitik.

Ob die Erwärmung auf 1,5, Grad begrenzt werden kann, entscheidet sich aber nicht im Jahr 2050 sondern im kommenden Jahrzehnt. Mittlerweile ist der IPCC-Sonderbericht aber schon wieder zu alt, um hier als Richtschnur zu dienen. Diese Lücke schließt der jährlich zur Klimakonferenz erscheinende Bericht des UN-Umweltprogramms (Unep) zur „Emissionslücke“ (englisch „Emissions Gap“) zwischen den tatsächlichen und den 1,5-Grad kompatiblen Emissionen. [2] Dieser zeigte, dass die Emissionen immer noch steigen. Das gilt für alle Treibhausgase, also für CO2 wie auch für Methan, Lachgas und die „F-Gase“ und die Welt steuert auf 3,2 Grad Erwärmung zu. Noch ist das 1,5-Grad-Ziel aber erreichbar. Dazu müssen ab nächstem Jahr die globalen Treibhausgasemissionen Jahr für Jahr um 7,6 Prozent sinken. Wenn das nicht geschieht, lässt sich die Erwärmung nicht mehr auf 1,5 Grad begrenzen. Die aktuellen Klimapläne der Länder im Rahmen des Paris Abkommens reichen aber bei weitem nicht, um eine derart dramatische Reduktion der Emissionen zu erreichen. Unep-Chefin Inger Andersen sagt denn auch: „Die Größe der erforderlichen Reduktionen mag schockierend wirken, aber wir müssen es versuchen. Jeder weitere Aufschub macht noch größere, teurere und unwahrscheinlichere Reduktionen erforderlich.“ [2]

Der Unep-Bericht beruht auf der Methodologie des IPCC-Sonderberichts, wenn auch mit aktuelleren Daten. Damit teilt er sich auch dessen Schwäche: Der Weltklimarat lässt bei der Berechnung des verbleibenden CO2-Budgets der Menschheit eine „Klimahypothek“ von 100 Milliarden Tonnen CO2 außen vor. Der IPCC schreibt: „Die mögliche zusätzliche Freisetzung von Kohlenstoff aus Permafrost und Methan aus Feuchtgebieten würde das Budget um bis zu 100 Milliarden Tonnen CO2 in diesem Jahrhundert reduzieren und anschließend um noch mehr.“ [1] Das heißt: Selbst wenn die Menschheit ihre Emissionen gemäß dem Unep-Bericht senkt, muss sie der Atmosphäre anschließend noch 100 Milliarden Tonnen CO2 entziehen etwa durch Aufforstung. Diesen „Schönheitsfehler“ in der Berechnung des CO2-Budgets behebt eine Studie von Joeri Rogelj und anderen, die im Juli im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht wurde („Estimating and tracking the remaining carbon budget for stringent climate targets“). [3] Das Resultat: Die Menschheit muss ihre Emissionen nicht bis zum Jahr 2050 sondern schon bis Ende 2038 auf Netto-Null senken, wenn sie die Klimaerwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent auf 1,5 Grad begrenzen will. [4] Und wenn sie dieses Ziel mit einer zwei Drittel Wahrscheinlichkeit erreicht werden soll, dann muss die Weltwirtschaft sogar schon ab dem Jahr 2031 klimaneutral sein.

Das mag illusorisch klingen, könnte aber entscheidend sein – für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation. Der IPCC lässt nämlich nicht nur die 100-Milliarden-Tonnen-Hypothek außen vor, sondern ignoriert auch weitgehend mögliche Kipppunkte im Klimasystem. Es ist derzeit noch unbekannt, ab wieviel Erwärmung der Permafrost großflächig beginnt zu tauen oder wann der Amazonas Regenwald verdorrt. Beides würde dazu führen, dass sich der Klimawandel selbst verstärkt. Diese Rückkoppelungseffekte lassen sich mit den computerbasierten Klimamodellen des IPCC aber schlecht erfassen und bleiben daher unberücksichtigt. Diese Lücke schließt die Studie „Pfade des Erdsystems im Anthropozän“ von Will Steffen, Johan Rockström, Hans-Joachim Schellnhuber und anderen. [5] Die Veröffentlichung vom August 2018 ist auch als „Heißzeit-Studie“ oder als „Hot House Earth Paper“ bekannt. Die Autoren postulieren darin, dass selbstverstärkende Rückkoppelungseffekte das Erdsystem an einen planetaren Kipppunkt bringen könnten. Wird dieser Punkt erreicht, erwärmt sich das Klima um fünf bis sechs Grad, ohne dass die Menschheit noch die Möglichkeit hätte, dies zu verhindern. Der Schwellenwert markiert also den „Punkt ohne Rückkehr“. Wo der Wert liegt, sei unsicher, „aber er könnte nur Jahrzehnte in der Zukunft liegen bei einer Klimaerwärmung von rund zwei Grad“.

Game over? Die Erde steuert derzeit auf den Hothouse Zustand zu. Noch ist aber Zeit, um umzusteuern. (Grafik: [5])

Auch gemäß der Heißzeit-Studie kann die Menschheit also noch das Schlimmste verhindern. Schrittweise Veränderungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems reichten dafür aber nicht aus. Vielmehr sei eine „tiefe Transformation erforderlich, die auf einer fundamentalen Re-Orientierung der menschlichen Werte, des Verhaltens, der Institutionen, der Volkswirtschaften und Technologien beruht“.

Letztlich zeigen die vier Leuchttürme also die Menschheit vor einem Scheideweg: In jedem Fall wird sich das Leben fundamental ändern, die Frage ist nur wie. Entweder die Emissionen sinken ab jetzt jährlich um mehr als 7,6 Prozent. Oder die Menschheit verweigert sich dieser Transformation und nimmt in Kauf, dass weite Teile der Erde wegen der Heißzeit unbewohnbar werden. Die Entscheidung fällt nächstes Jahr. mic

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[1] IPCC, 08.10.2018: Special Report: Global Warming of 1.5ºC – Summary for Policy Makers

[2] Unep, November 2019: Emissions Gap Report 2019 (PDF)

[3] Joeri Rogelj et al., 17.07.2019: Estimating and tracking the remaining carbon budget for stringent climate targets

[4] weltinnenpolitik.net, 02.09.2019: Die Welt muss deutlich vor 2050 klimaneutral sein

[5] Will Steffen et al., 14.08.2018: Trajectories of the Earth System in the Anthropocene

Europa geht in Klimaoffensive

Von der Leyen kündigt „European Green Deal“ bei Klimakonferenz an

Ursula von der Leyen hatte eine „geopolitische EU-Kommission“ angekündigt. Mit ihrem Auftritt an der Klimakonferenz wird sie diesem Anspruch zumindest in der Klimapolitik gerecht: Während die USA aus dem Paris Abkommen aussteigen wollen und China zaudert, geht Europa in Führung.

Es war ihr erster wirklicher Arbeitstag und sie verbrachte ihn auf der UN-Klimakonferenz: Ursula von der Leyen gibt sich als neue Chefin der EU-Kommission Mühe, ihr vor ihrer Wahl bekundetes Interesse am Klimaschutz glaubhaft zu machen. Zum Auftakt des zweiwöchigen Klimagipfels in Madrid kündigte sie einen „European Green Deal“ an. Dazu sei ein Investitionsprogramm mit einem Umfang von einer Billion Euro über die nächsten zehn Jahre nötig. Losgehen soll der klimapolitische Neuanfang mit einem europäischen Klimagesetz im kommenden März.

Freude herrscht. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez begrüsst den Star des ersten Tages an der Klimakonferenz in Madrid. (Foto: Screenshot Video der EU-Kommission)

Das Ziel sei, die EU bis 2050 zum „ersten klimaneutralen Kontinent“ zu machen, so von der Leyen. Klimaneutralität bis 2050 gilt als klimapolitisches Minimum, auch wenn sich durch Neuberechnungen des globalen CO2-Budgets in den vergangenen Monaten gezeigt hat, dass das wahrscheinlich nicht reicht. Ob die EU von der Leyens Ansage Folge leisten wird ist allerdings noch nicht sicher. Nächste Woche sollen die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten die Klimaneutralität bis 2050 als klimapolitisches Ziel des Staatenbundes beschließen – noch lehnen einige osteuropäische EU-Mitglieder wie Polen und Ungarn das aber ab.

Von der Leyen geht an ihrem ersten Tag daher ein gewisses Risiko ein. Wenn sie ihre heute getroffene Zusage zurücknehmen müsste, wäre das peinlich – andernfalls könnte sie dem globalen Klimaschutz auf die Sprünge helfen. Von Umweltschützern bekam von der Leyen Lob. „Der European Green Deal denkt die Klima-, Rohstoff- und Biodiversitätsfrage zusammen“, sagte Christoph Bals, Chef der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Mit einer finanziellen Ausstattung von einer Billion Euro in den kommenden zehn Jahren sende von der Leyen zudem „ein kraftvolles Signal“ zur Ernsthaftigkeit der europäischen Ambitionen. „Allerdings muss geprüft werden, was an dieser Summe wirklich neues Geld und was eventuell Luftbuchungen sind.“

Einen Wermutstropfen gibt es aber: Zum europäischen Klimaziel für das kommende Jahrzehnt sagte von der Leyen nichts – dabei ist es genau diese Periode, für die alle Staaten im Rahmen des Paris Abkommens nächstes Jahr verbesserte Klimaziele vorlegen sollen. „Damit die notwendige Dynamik zur Zielerhöhung weltweit entstehen kann, muss die EU während des Klimagipfels in Madrid noch deutlich konkreter werden“, mahnte Bals an. Ein stärkeres Klimaziel für 2030 sei ohnehin nötig, wenn die EU zur Hälfte des Jahrhunderts klimaneutral sein wolle.

UN-Chef António Guterres appellierte in diesem Sinne an die Staaten des Paris-Abkommens. „Der Punkt, an dem es keine Rückkehr aus der Krise gibt, ist nicht mehr jenseits des Horizonts, sondern in Sichtweite“, sagte er im Vorfeld der Verhandlungen in Madrid. Guterres warnte vor der Erreichung von Kipppunkten im Klimasystem, nach deren Überschreiten sich die Klimaüberhitzung selbst verstärkt und vom Menschen nicht mehr gestoppt werden kann. Solche Punkte sind etwa das Auftauen der Permafrostböden oder das Absterben des Amazonas Regenwalds.

Noch sei es aber möglich die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, doch es fehle der politische Wille, kritisierte der UN-Chef. Was die Staaten bislang an Klimaschutz versprochen haben, dürfte eine Klimaerhitzung zwischen drei und vier Grad zur Folge haben. „Bis jetzt waren unsere Anstrengungen, dieses Ziel zu erreichen, vollkommen unzureichend“, sagte Guterres. Er richtete sich vor allem an die Schwergewichte beim Treibhausgasausstoß wie die USA, China oder  die EU. „Die größten Emittenten tun nicht genug.“ Diese Analyse versucht von der Leyen nun zumindest teilweise zu entkräften. mic

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Klimakonferenz könnte wegen Brasilien scheitern

Länder verhandeln über die Regeln für internationale Kohlenstoffmärkte

Eine Tonne ist eine Tonne, es sei denn man zählt sie doppelt. Letzteres muss verhindert werden, wenn Länder die Möglichkeit haben, mit Kohlenstoffzertifikaten zu handeln. Ein Land, Brasilien, sieht das allerdings anders.

Gestern haben wieder Millionen Menschen auf der ganzen Welt für mehr Klimaschutz demonstriert. Bei der UN-Klimakonferenz in Madrid geht es darum aber nur indirekt. Die Länder wollen dort das letzte, noch ausstehende Kapitel der Bedienungsanleitung für das Paris Abkommen aushandeln: die Regeln zum Handel mit Kohlenstoffzertifikaten. Nur wenn diese Regeln klar sind, können die Länder dann nächstes Jahr ehrgeizigere Klimaziele ausarbeiten und im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Glasgow bei der UNO einreichen.

Monkey business. Hast du gehört? In Madrid verhandeln die über unser Schicksal. (Foto: Pixabay)

Dass eine Einigung gelingt, ist allerdings nicht sicher. Der Vorsitzende der entscheidenden Verhandlungsgruppe schreibt an seine Kollegen: „Wenn wir so weiter machen wie bisher, würde das zum Scheitern in Madrid führen.“ [1 s. Art. 75] Das Kernproblem ist ein Gegensatz: Einerseits haben die Länder sehr unterschiedliche Klimapläne je nach Entwicklungsstand. Industriestaaten haben Emissionsziele, die für die ganze Wirtschaft gelten, aber kleine Entwicklungsländer haben oft nur Ziele für einzelne Sektoren. Andererseits sollen nun einheitliche Marktregeln geschaffen werden, die es allen Ländern ermöglichen als Käufer oder Verkäufer an den internationalen Kohlenstoffmärkten zu agieren.

Manche Länder wie die Schweiz oder Südkorea und die Fluggesellschaften wollen einen Teil ihrer Emissionen kompensieren, indem sie Klimaschutzprojekte durch den Kauf von „Offset-Zertifikaten“ finanzieren. Damit das dem Klima tatsächlich etwas bringt, muss allerdings sichergestellt sein, dass die Emissionsminderungen nicht doppelt angerechnet werden. Doch aus Sicht von Brasilien besagt das Paris Abkommen nicht, dass eine doppelte Anrechnung verboten ist. Ob das Land diese Position aufrechterhalten kann, ist allerdings unklar. „Brasilien ist hier isoliert“, sagt Franz Perrez, der Leiter der Schweizer Verhandlungsdelegation.

Ein weiteres Problem sind alte Zertifikate, die für Emissionsminderungen vor dem Jahr 2020 vom UN-Klimasekretariat ausgestellt wurden. Manche Länder wie Brasilien und Indien besitzen große Mengen dieser „CDM-Zertifikate“ und wollen diese in den neuen Markt unter dem Paris Abkommen hinüberretten. Doch auch dadurch würde der Markt kompromittiert, denn diese Zertifikate repräsentieren keine Emissionsminderungen, die zusätzlich zu den Klimazielen der Länder erarbeitet wurden. Kelly Levin von der Umweltorganisation WIR sagt daher: „Die Regeln für den Zertifikatehandel entscheiden über den Erfolg oder das Scheitern des Paris Abkommens.”

Abgesehen von den Märkten soll in Madrid auch geklärt werden, wie mit Verlusten und Schäden in Folge der Klimaüberhitzung umgegangen werden soll. Insbesondere in kleinen Entwicklungsländern können diese erheblich sein: Als der Zyklon Winston im Jahr 2016 den Inselstaat Fidschi verwüstete, entstanden Schäden in Höhe von 26 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In Deutschland entspräche das einem Schaden in Höhe von 900 Milliarden Euro (Schweiz 180 Milliarden Franken). Noch gibt es aber keinen Mechanismus, um Ländern in solchen Fällen zu helfen. Hier werden sich insbesondere die USA dafür einsetzen, dass dies so bleibt. Sie wollen unbedingt verhindern, irgendwann wegen der US-Emissionen in der Vergangenheit zu Schadensersatz verpflichtet zu werden. mic

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[1] UNFCCC, 11.11.2019: Reflections note by the Chair of the Subsidiary Body for Scientific and Technological Advice (PDF)

Kohlenstoffmärkte sollen Kosten für Klimaschutz senken

Im Jahr 2030 könnte ein Zehntel aller Emissionen zwischen den Ländern umverteilt werden

Durch den Handel mit Kohlenstoffzertifikaten wird Klimaschutz billiger. Damit das Klima auch etwas davon hat, müssen aber die Marktregeln stimmen. Diese richtig hinzubekommen ist allerdings schwierig, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

Die Grundüberlegung ist simpel: Wenn man die Freisetzung von einer Tonne CO2 vermeiden oder der Atmosphäre eine Tonne CO2 entziehen will, entstehen Kosten. Doch diese Kosten sind von Firma zu Firma und von Land zu Land verschieden. Daher sollte man dort anfangen, wo die Tonne am billigsten zu haben ist. Das kann man erreichen, indem man CO2 in Form von Zertifikaten verbrieft und anschließend handelt. Soweit die Theorie. Damit das Klima aber wirklich etwas davon hat, müssen die Regeln für die Kohlestoffmärkte stimmen. Und hier wird es schwierig, wie nicht zuletzt ein Blick auf die bestehenden Märkte zeigt. Erschwert werden die Verhandlungen zusätzlich, weil es dabei noch um einen anderen Rohstoff geht: Geld, viel Geld.

Bei Kohlenstoffmärkten werden zwei Typen unterschieden. Der bekannteste und größte Markt ist das Emissionshandelssystem der EU. Hier werden Verschmutzungsrechte gehandelt. Die Verkäufer dieser Rechte sind die EU-Staaten und die Käufer sind große Emittenten wie Kraftwerke oder Zement- und Stahlproduzenten. Diese müssen für jede Tonne CO2, die sie in einem Jahr emittieren, ein Zertifikat kaufen und dann abgeben. Weil die Zahl der verfügbaren Zertifikate von Jahr zu Jahr sinkt, sinken so auch die Emissionen. Das System hat aber lange nicht richtig funktioniert, weil zu viele Zertifikate im Markt waren und der Preis für eine Tonne CO2 unter fünf Euro lag. Nach einigen Korrekturen liegt der Preis mittlerweile aber wieder bei rund 24 Euro.

Beim zweiten Markttyp werden nicht Verschmutzungsrechte für die Zukunft gehandelt, sondern Emissionen, die in der Vergangenheit nachweislich vermieden wurden. Damit können Privatpersonen, Firmen und ganze Staaten ihre Emissionen kompensieren. Indem sie ein „Offset- Zertifikat“ kaufen, finanzieren sie ein Klimaprojekt und können sich dessen Nutzen anrechnen. Ein solcher Markt wurde durch das Kyoto Protokoll geschaffen, der Clean Development Mechanism, kurz CDM. Hier wurde seit dem Jahr 2001 in 8000 Projekten die Emission von zwei Milliarden Tonnen vermieden. Anschließend hat das UN-Klimasekretariat dafür handelbare Zertifikate ausgestellt. Diese haben aber einen schlechten Ruf, weil oft Projekte gefördert wurden, die sich auch ohne den Zertifikatehandel gerechnet hätten. Daher gibt es quasi keine Käufer mehr für diese Papiere und deren Preis liegt schon seit Jahren unter einem Euro pro Tonne.

Bei den UN-Klimaverhandlungen in Madrid soll nun ein neuer Offset-Markt geschaffen werden, mit dem Staaten und die Flugindustrie einen Teil ihrer Emissionen kompensieren können. Dadurch werden letztlich Emissionen von Land zu Land und von Industrie zu Industrie verschoben. Das Potential ist riesig wie eine Studie der Emissions Trading Association (IETA), einem Verband der Zertifikatehändler, zeigt: Im Jahr 2030 könnten so 4,3 Milliarden Tonnen CO2 verschoben werden. Das entspricht rund zehn Prozent der globalen Emissionen. [1 s. S. 6] Dadurch werde der globale Klimaschutz um 250 Milliarden Dollar billiger als ohne den Offset-Handel, sagt IETA. [1 s. S. 1] Damit diese Rechnung auch aus Klimasicht aufgeht müssen aber zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Die geförderten Projekte dürfen sich nur dank der Einnahmen aus dem Zertifikateverkauf rechnen, denn sonst sind sie nicht zusätzlich. Außerdem darf die Emissionsminderung nicht auf das CO2-Ziel des Projektlandes und des Käufers angerechnet werden, sonst würde die Minderung doppelt gezählt.

Selbst wenn in Madrid Regeln vereinbart werden, die diese beiden Voraussetzungen erfüllen, heißt das noch nicht, dass der Markt tatsächlich so groß wird, wie von IETA errechnet. Schließlich müssen erst Offset-Zertifikate erarbeitet werden, bevor sie jemand kaufen kann. Das Stockholm Environmental Institute hat sich das Zertifikate-Angebot genauer angeschaut. Wenn besonders strenge Kriterien an die Offset-Projekte angelegt werden, dann stehen pro Jahr 190 Millionen Zertifikate zur Verfügung. [2 s. S. 1] Mit weniger strengen Kriterien und dem Einbezug von Waldprojekten sind dies 470 Millionen Zertifikate. Selbst letzteres entspricht nur gut einem Zehntel der von IETA prognostizierten Nachfrage.

Bei der Klimakonferenz letztes Jahr in Katowice konnten sich die Verhandler nicht auf die Regeln für die Kohlenstoffmärkte einigen. „Die Länder haben damals entschieden: Kein Deal ist besser als ein schlechter Deal“, sagt Kelley Kizzier von der Umweltorganisation EDF. Bei der diesjährigen Konferenz in Madrid stehen die Märkte daher im Mittelpunkt. Das von Kizzier erwähnte Motto, gilt aber auch dort. mic

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[1] IETA, September 2019: The Economic Potential of Article 6 of the Paris Agreement and Implementation Challenges (PDF)

[2] SEI, 2016: Supply and sustainability of carbon offsets and alternative fuels for international aviation (PDF)

EU setzt auf Klimadeal mit China

Die erste Voraussetzung dafür ist ein ehrgeizigeres EU-Klimaziel

Bislang haben Peking und Washington die Leitplanken für den internationalen Klimaschutz bestimmt. Wegen des Ausfalls der USA, will nun Brüssel im Tandem mit China diese Aufgabe übernehmen. Dafür gibt es einen Plan, aber ob Europas Gewicht ausreicht, ist unklar.

Bei der Klimakonferenz im November 2020 sollen die Länder ehrgeizigere Klimaziele bekannt geben. Denn mit den aktuellen Klimaplänen droht eine Erwärmung um rund drei Grad und es besteht die Gefahr, dass Kipppunkte erreicht werden, ab denen sich die Klimaüberhitzung selbst verstärkt. Um das zu verhindern, muss insbesondere der größte Emittent von Treibhausgasen, China, sein Klimaziel für das Jahr 2030 verschärfen. Doch China wird nicht alleine vorpreschen, nicht zuletzt weil die USA aus dem Paris Abkommen aussteigen wollen. Dieses war zustande gekommen, nachdem der damalige US-Präsident Barack Obama und Chinas Präsident Xi Jinping sich auf einen bilateralen Klimadeal geeinigt hatten. Die EU hofft nun, die Rolle der USA übernehmen zu können. „Die Umweltorganisationen hoffen, dass der EU-China Gipfel einen Durchbruch bringt und China und die EU ihre Ziele für das Jahr 2030 anheben“, sagt Wendel Trio, der Chef des Klimanetzwerks CAN Europa. Der Gipfel findet im September 2020 in Leipzig statt, weil Deutschland dann die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Dicke Luft. China tut auch wegen des Smogproblems viel, um seine Emissionen zu senken. Um Schwung in den internationalen Klimaschutz zu bringen, muss es sich aber auch auf internationaler Ebene dazu verpflichten. (Foto: V.T. Polywoda / Flickr)

Der Grundstein für diesen Plan wurde beim Treffen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Xi im März. Macron hatte damals überraschend Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Chef der EU-Kommission Jean-Claude Juncker ebenfalls nach Paris eingeladen. Doch die große Gipfelbühne alleine reicht nicht. Zuerst muss sich die EU auf ehrgeizigere Ziele einigen. Ein erster Schritt dazu könnte im Dezember erfolgen, falls der europäische Rat dann beschließt, dass Europa bis zum Jahr 2050 klimaneutral wird. Die designierte Chefin der nächsten EU-Kommission, Ursula von der Leyen, will außerdem das Klimaziel für das Jahr 2030 von minus 40 Prozent auf minus 50 Prozent im Vergleich zu den Emissionen des Jahres 1990 anheben. Dagegen gibt es aber noch Widerstand einiger osteuropäischer Länder. Dabei gehe es auch um Geld, sagt Trio: „Die Debatte hat enge Bezüge zum neuen EU-Budget und den Finanzhilfen für ärmere Länder.“ Das Klimaziel könnte daher zusammen mit dem neuen Haushalt beim EU-Gipfel im Juni 2020 verabschiedet werden.

Parallel dazu wird in Peking der neue Fünf-Jahres-Plan für die Jahre 2021 bis 2025 ausgearbeitet. Ein ehrgeizigeres Klimaziel liegt dabei im Bereich des Möglichen, weil China sein Ziel für 2030 wohl übererfüllen wird. Hinzu kommt eine weiterer Termin: Im Oktober 2020 findet in Kunming, China, die UN-Konferenz zur Biodiversität statt. Dort sollen neue Ziele für den weltweiten Artenschutz verabschiedet werden, da die Aichi-Ziele nächstes Jahr auslaufen. Dieser Konferenz könnte Gastgeber Xi zusätzlichen Schwung verleihen, indem er kurz zuvor mit der EU einen Klimadeal vereinbart. Darauf setzt auch Trio: “Wegen der Biodiversitätskonferenz und weil China als verantwortungsvoller internationaler Akteur gesehen werden will, sähe sich China unter Druck sein Klimaziel zu verbessern, wenn die EU mit einem neuen Ziel zum EU-China Gipfel kommt.“

Ob all das reichen wird, um die Abwesenheit der USA zu ersetzen, ist aber noch unklar. Wegen des Handelskriegs mit den USA, einer Wachstumsflaute und den Unruhen in Hong Kong hat Peking aktuell zudem andere Prioritäten als das Klima. Abgesehen von einem ehrgeizigeren EU-Klimaziel hat Brüssel auch nicht viel mehr anzubieten. „Das EU-Angebot, damit China seine Emissionen senkt, ist noch nicht offensichtlich“, sagte Emmanuel Guérin von der European Climate Foundation gegenüber dem Internetmagazin Climate Home. [1] Außerdem ist eine Vermischung mit anderen Themen wie Handel nicht ungefährlich. Vor zwei Jahren ist eine gemeinsame Klimaerklärung der EU und Chinas gescheitert, weil es keine Einigung in Handelsfragen gab. [2] Noch ist der EU-China-Klimadeal also einfach ein Plan. mic

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[1] Climate Home News, 11.11.2019: EU plots climate deal with China

[2] Reuters, 02.06.2017: EU, China trade spat blocks climate statement